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US-Tankflugzeug-Auftrag: Angebot kam fünf Minuten zu spät

zuletzt aktualisiert: 05.08.2010 - 09:50

New York (RPO). Das dritte Angebot für den Milliardenauftrag der US-Luftwaffe für den Bau von Tankflugzeugen ist fünf Minuten nach Ende der Frist eingereicht worden. Schuld daran trage allerdings die Luftwaffe selbst, beklagte der Konzern US Aerospace.

Dieser hatte das Angebot gemeinsam mit dem ukrainischen Flugzeugbauer Antonov eingereicht. Die beiden Unternehmen waren wegen der Verspätung vom Bieterprozess ausgeschlossen worden.

"Unser Angebot wurde am 9. Juli 2010 per Hand übergeben", schrieb US Aerospace in einer Eingabe an den Rechnungshof des US-Kongresses. Der Zusteller der Bewerbung habe die Luftwaffenbasis "mehr als eine halbe Stunde vor Ende der Frist um 14.00 Uhr" erreicht. "Das Personal der Luftwaffe versagte dem Boten zunächst den Eintritt zur Basis und gab ihm dann eine falsche Wegbeschreibung." Auch wenn der Eingangsvermerk 14.05 Uhr ausweise, sei das Angebot "vor Ende der Frist unter Kontrolle der Luftwaffe gewesen", erklärte US Aerospace.

Der Konzern warf der US-Armee vor, die Verspätung "als Vorwand zu nutzen", das Angebot nicht zu prüfen, "weil sie politische Schwierigkeiten mit unserem osteuropäischen Zulieferer haben". US Aerospace und Antonov hatten erst kurz vor Ende der Ausschreibungsfrist bekannt gegeben, sich um den Milliardenauftrag bewerben zu wollen. Die Unternehmen setzten dabei darauf, die beiden anderen Bewerber - den europäischen Rüstungskonzern EADS und den US-Flugzeugbauer Boeing - beim Preis unterbieten zu können. Die Teile für die Tankflugzeuge sollten in der Ukraine gefertigt und dann in den USA zusammengebaut werden.

Die Ausschreibung für den Riesenauftrag ist bereits der dritte Versuch des Pentagon, neue Tankflugzeuge für die US-Streitkräfte zu bestellen. Eine erste Ausschreibung hatte 2003 Boeing gewonnen. Allerdings annullierte die Regierung das Verfahren, nachdem bekannt geworden war, dass eine Pentagon-Mitarbeiterin Boeing mit Informationen über das Konkurrenzangebot von EADS versorgt hatte. In einem zweiten Verfahren setzten sich EADS und Northrop Grumman im Februar 2008 durch. Boeing focht das Vergabeverfahren darauf vor dem Rechnungshof des US-Kongresses jedoch erfolgreich an. Die US-Luftwaffe soll nun bis Mitte November über die Vergabe entscheiden.

Quelle: AFP/born

 
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