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Arbeitgeber kritisieren IG-Metall: Anti-Stress-Verordnung "ist überflüssig"

VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 27.06.2012 - 20:18

Berlin (RPO). Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat die Anti-Stress-Verordnung der IG Metall (IGM) scharf kritisiert. „Sie ist überflüssig“, sagte ein Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Die gesetzlichen Regelungen zum Arbeitsschutz würden vollkommen ausreichen.

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Das geschäftsführende Vorstandsmitglied der IGM, Hans-Jürgen Urban, hatte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ein Papier vorgelegt, in dem die IGM konkrete Vorschläge zur Prävention von psychischer Belastung am Arbeitsplatz macht. „Anders als bei Gefahrstoffen, Lärm oder mangelnder Beleuchtung fehlen ausgerechnet bei psychischen Belastungen klare Anforderungen an die Arbeitgeber“, betonte Urban. „Sie beschränken sich vielfach auf Entspannungskurse und Fitnessprogramme gegen den Stress am Arbeitsplatz.“

Der Entwurf der Gewerkschaft sieht unter anderem eine Überprüfung der Arbeitsplätze auf Stressfaktoren vor. Die Arbeitgeber sollen die Belastungen reduzieren, gestellte Arbeitsaufgaben dürften aber auch nicht zu einer Unterforderung des Personals führen. Das Arbeitspensum soll über die Dauer eines Arbeitslebens ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erbracht werden können.

Laut Deutschlands größter gesetzlicher Krankenkasse, der Barmer GEK, sind psychische und Verhaltensstörungen mit 16,5 Prozent die zweithäufigste Ursache für Fehltage (hinter Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems). Bei der durchschnittlichen Erkrankungsdauer liegen die psychischen Erkrankungen mit im Schnitt 41,8 Tagen pro Fall sogar auf Platz eins.

Die Arbeitgeberverbände halten andere Untersuchungen dagegen. „Studien belegen, dass die Beteiligung am Erwerbsleben mit einer besseren psychischen Gesundheit einhergeht“, sagte ein BDA-Sprecher. Jeder Ansatz, der allein auf das betriebliche Umfeld beschränkt ist, greife zu kurz. „Die Ursachen psychischer Erkrankungen liegen meist außerhalb des beruflichen Umfelds.“

Quelle: sap
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