700 kommunale Kliniken betroffen: AOK-Chef Jacobs kritisiert Ärztestreik
VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 08.05.2010 - 10:05(RP). Patienten, die ab dem 17. Mai eine Operation in einem kommunalen Krankenhaus geplant haben, müssen sich darauf einstellen, dass ihr Termin verschoben wird. Die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund hat vom 17. bis 21. Mai deutschlandweit für alle rund 700 kommunalen Krankenhäuser einen Mediziner-Streik angekündigt.
In dieser Woche soll nur der Notdienst gesichert werden. "Es wird im Unterschied zum Ärztestreik 2006 keine von uns selbst organisierte Erholungspause für die Arbeitgeber geben", sagte der Chef des Marburger Bundes und CDU-Bundestagsabgeordnete, Rudolf Henke.
Die Ärzte an den kommunalen Kliniken, zu denen in NRW auch die von den Landschaftsverbänden getragenen Häuser zählen, fordern fünf Prozent mehr Gehalt und eine bessere Bezahlung der Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste. In NRW sind 65 der 420 Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft.
Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände reagierte mit "völligem Unverständnis" auf die Streikankündigung. "Der Marburger Bund hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Er blendet die Situation der kommunalen Krankenhäuser und das gesamtwirtschaftliche Umfeld aus und betreibt Gewerkschaftspolitik auf dem Rücken von Patientinnen und Patienten", sagte Joachim Finklenburg, Verhandlungsführer der VKA.
Der Chef der AOK Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs, kritisierte ebenfalls den Marburger Bund. "Ich kann die Verhandlungspartner nur auffordern, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und die Tassen im Schrank zu lassen", sagte Jacobs unserer Redaktion.
"Die Aufforderung des Marburger Bundes zum groß angelegten Ärztestreik an kommunalen Krankenhäsern passt überhaupt nicht in die wirtschaftlich angespannte Lage."
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