Die meisten Patienten sind zufrieden: AOK Rheinland bewertet Kliniken
VON ANTJE HÖNING - zuletzt aktualisiert: 29.06.2010 - 07:24Düsseldorf (RP). Die Krankenkasse hat Patienten gefragt, wie zufrieden sie mit Ärzten, Pflegekräften und dem Service von Krankenhäusern sind. Viele bekommen gute Noten, vor allem kirchliche und städtische. Doch es gibt auch einige Ausreißer nach unten.
Patienten im Rheinland sind im Großen und Ganzen zufrieden mit ihren Krankenhäusern. Im Schnitt erhielten die Kliniken 76,6 Prozent Zustimmung, wie aus der jüngsten Patienten-Befragung der AOK Rheinland-Hamburg hervorgeht, die unserer Redaktion vorliegt. Das entspricht in Schulnoten einem "gut". „Damit ist die Versorgung im Rheinland grundsätzlich gut“, sagt AOK-Chef Wilfried Jacobs.
Tendenziell schnitten bei der Befragung kirchliche und städtische Häuser besser ab als privat geführte. Die Krankenkasse hatte Patienten, die wenigstens zwei Tage in einer Klinik waren, angeschrieben und nach ihrer Meinung zur ärztlichen Versorgung, zur pflegerischen Betreuung, zu den Organisationsabläufen und dem Service befragt. Außerdem sollten die Patienten angeben, ob sie die Klinik weiterempfehlen. Aus allen Noten wurde eine Gesamtnote gebildet. 100 Prozent Zustimmung bedeutet demnach „sehr gut“, null Prozent „ungenügend“.
Danach haben am besten die Capio Klinik in Hilden, das Lukas-Krankenhaus in Neuss und die LVR-Klinik in Viersen abgeschnitten. „Wir haben etwa in der Kardiologie und Urologie so gute Chefärzte, die Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet anziehen“, sagt Sigurd Rüsken, kaufmännischer Leiter des Lukas-Krankenhauses. Das Pflegepersonal werde angehalten, Patienten als Arbeitgeber zu betrachten. „Bei uns hat jedes Zimmer Dusche und WC – auch für Kassenpatienten“, sagt Rüsken.
Auf den hinteren Rängen landen die Helios-Kliniken in Siegburg und das Sana Klinikum Remscheid. Die Remscheider Klinik würden laut AOK nicht einmal zwei Drittel der Befragten weiterempfehlen. Dazu erklärte eine Sprecherin: „Wir nehmen Patientenbefragungen ernst, müssen uns die Ergebnisse aber erst im Detail ansehen.“ Ähnlich äußerten sich die Wedau-Kliniken Duisburg, die auf dem viertletzten Platz landeten.
Für AOK-Chef Jacobs leitet sich aus der Befragung eine klare Forderung ab: „Vier-Bett-Zimmer müssten verboten werden, die kann man Patienten nicht mehr zumuten.“ Dennoch hielten einige Kliniken an Vier-Bett-Zimmern für Kassenpatienten fest – damit sie von Privatpatienten für Zwei-Bett-Zimmer einen höheren Zuschlag kassieren könnten, sagt Jacobs.
Zudem zeige die Befragung, dass die Klinik-Landschaft in NRW stärker konzentriert werden müsse. „NRW hat noch immer 10.000 Betten zu viel“, sagt Jacobs. Die Politik müsse endlich den Mut haben, diese abzubauen. Es mache wenig Sinn, überall ein paar Betten zu streichen. Besser sei es, einzelne Kliniken zu schließen und das Personal zum Wohle der Patienten zu konzentrieren.
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