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Trotz Rückgängen bei iPhone-Verkauf
Apple erzielt erneut Rekordgewinn

Fotos: Apple iPhone 6S und iPhone 6S Plus im Praxistest
Fotos: Apple iPhone 6S und iPhone 6S Plus im Praxistest FOTO: dpa, tsn
Cupertino. Im vergangenen Weihnachtsgeschäft gab es nur noch kleine Zuwächse für Apple, für einen neuen Rekordgewinn reichte es trotzdem.. Der Konzern verweist auf den starken Dollar und die schwache Wirtschaft in vielen Ländern. 

Apple hat die iPhone-Verkäufe im vergangenen Weihnachtsgeschäft kaum noch gesteigert. Der Absatz legte um schmale 0,4 Prozent auf 76,8 Millionen Geräte zu. Das reichte allerdings, um knapp einen neuen Rekordgewinn von 18,4 Milliarden Dollar (17 Mrd Euro) zu erzielen. Der Konzern sitzt jetzt auf einem Geldberg von 216 Milliarden Dollar.

Apple verwies auf die schwache Konjunktur in mehreren wichtigen Märkten und massiven Gegenwind durch den starken Dollar, der Auslandseinnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung für die Bilanz niedriger aussehen lässt. Konzernchef Tim Cook sprach von "extremen Bedingungen, wie wir sie noch nie erlebt haben". Ohne die negativen Währungseffekte hätte es ein Umsatzplus von acht Prozent gegeben, betonte er.

Der Quartalsumsatz legte im Ende Dezember abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal um 1,7 Prozent auf 75,87 Milliarden Dollar zu, wie der Konzern nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Das Weihnachtsgeschäft kurz nach dem Start neuer iPhone-Modelle ist traditionell das wichtigste Quartal für Apple.

Vor einem Jahr hatte Apple in dem Weihnachtsquartal 18,02 Milliarden Dollar verdient. Damals waren die iPhone-Verkäufe mit dem Start der ersten Modelle mit deutlich größeren Displays um 46 Prozent hochgesprungen. Jetzt legte immerhin der durchschnittliche Verkaufspreis pro iPhone im Jahresvergleich um 4 Dollar auf 691 Dollar zu. Dabei hätten ihn die ungünstigen Währungs-Kurse um 49 Dollar nach unten gedrückt, betonte Finanzchef Luca Maestri. Apple hatte in mehreren Ländern die Preise erhöht, um die Kursverluste auszugleichen.

Das iPhone ist das wichtigste Produkt von Apple und steuerte im vergangenen Quartal 68 Prozent der Umsätze bei. Dass Apple auf günstige Smartphones im Angebot verzichtet, treibt die Profite nach oben, bremst aber in dem hart umkämpften Geschäft die Marktanteile.
Über alle Produktgruppen hinweg sei nun eine Milliarde Apple-Geräte im Einsatz, hieß es am Dienstag.

Der von einigen Analysten befürchtete Einbruch in China angesichts der wirtschaftlichen Turbulenzen in dem Riesenmarkt blieb aus, auch wenn die Wachstumsraten nicht so hoch wie früher waren. Im Jahresvergleich gab es ein Umsatzplus von 14 Prozent, die iPhone-Verkäufe legten um 18 Prozent zu. Apple macht in China nach wie vor rund ein Viertel seines Geschäfts. Der Konzern werde seine Investitionen dort nicht zurückfahren und wie geplant zum Sommer die Zahl seiner Läden von 28 auf 40 hochschrauben.

Für das laufende Vierteljahr rechnet Apple mit dem ersten Umsatzrückgang seit mehr als einem Jahrzehnt. Die Erlösprognose wurde auf 50 bis 53 Milliarden Dollar festgesetzt. Vor einem Jahr machte Apple in dem Quartal bis Ende März noch 58 Milliarden Dollar Umsatz.
Es sei damals besonders stark ausgefallen, da noch die Nachfrage nach Engpässen im Weihnachtsquartal abgearbeitet worden sei, erklärte Cook.

Die 18,4 Milliarden Dollar Quartalsgewinn sind ein neuer historischer Bestwert. Nur der Immobilienfinanzierer Fannie Mae hatte einmal dank einer gewaltigen Steuergutschrift einen Quartalsgewinn von 58,7 Milliarden Dollar ausgewiesen - der jedoch schnell wieder an den US-Staat ging.

Das größere Modell iPad Pro konnte in seinem ersten Quartal keine Wende für das schon länger schrumpfende Tablet-Geschäft von Apple bringen. Der iPad-Absatz sank im Jahresvergleich um ein Viertel auf 16,1 Millionen Geräte. Der Einfluss des teureren iPad Pro zeigte sich allenfalls im Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises um 6 Dollar auf 439 Dollar.

Die Verkäufe der Mac-Computer sanken im Jahresvergleich um vier Prozent auf 5,3 Millionen Geräte. Apple war in den vergangenen Quartalen im schwachen PC-Markt gegen den Trend gewachsen.

Die Anleger hatten sich bereits auf ein schwächeres Wachstum bei Apple eingestellt: Die Aktie notierte nach Vorlage der Zahlen zunächst kaum verändert. Während der Telefonkonferenz tauchte sie um rund 2,7 Prozent ins Minus ab.

(dpa)
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