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Mehrheitsaktionär kündigt Kapitalerhöhung an: ARAG bleibt Familienunternehmen

zuletzt aktualisiert: 12.12.2003 - 15:35

Düsseldorf (rpo). Der Rechtsschutz-Versicherer ARAG, weltweit die Nummer drei in seinem Bereich, bleibt auch künftig in Familienhand. Außerdem hat das Unternehmen einen Kapitalerhöhung angekündigt.

Der Mehrheitsaktionär und Vorstandschef Paul-Otto Faßbender kündigte eine Kapitalerhöhung durch die Familiengesellschafter in Höhe von 40 Millionen Euro an. Das Eigenkapital der ARAG-Dachholding FIDA werde damit bis Ende 2003 auf 200 Millionen Euro steigen, sagte Faßbender am Freitag in Düsseldorf. ARAG werde mit diesem Schritt für die strengeren Kapitalanforderungen ab dem Jahr 2007 gerüstet. "Das Investment ist zudem ein weiteres, klares Bekenntnis der Eigentümer zur Unabhängigkeit der ARAG und gibt dem Unternehmen Planungssicherheit", betonte der Mehrheitsaktionär.

Der Düsseldorfer Versicherungskonzern werde 2003 voraussichtlich ein ausgeglichenes Ergebnis verbuchen. "Ich erwarte eine schwarze Null", erklärte der Vorstandschef. Der Gewinnrückgang gegenüber den Vorjahren gehe unter anderem auf Kosten des Konzernumbaus zurück. Dabei handele es sich um Investitionen in die Zukunft. Bis Ende 2005 sollen durch neue und straffere Strukturen dauerhafte Einsparungen von 50 Millionen Euro erreicht werden. ARAG streiche wie angekündigt 400 der 3200 Arbeitsplätze in Deutschland. Dabei habe es auch schon einige betriebsbedingte Kündigungen gegeben. Im Ausland kämen 200 Stellen hinzu. Der Konzern hatte Anfang des Jahres 4400 Mitarbeiter.

Außerdem will sich der Versicherungskonzern von Verträgen mit hohen oder häufigen Schäden trennen. "Allein durch diese Maßnahme können wir weitere Einsparungen in einer zweistelligen Millionenhöhe erzielen", erläuterte Faßbender. Hintergrund der Sparbemühungen sei der weiter schwierige Rechtsschutz-Markt in Deutschland. Der Anteil der Haushalte, die sich eine solche Versicherung leisteten, sei von rund 50 auf 43 Prozent innerhalb von acht Jahren gesunken. Nur durch Preiserhöhungen sei die Summe der Beitragseinnahmen der Rechtsschutz- Versicherer 2003 um etwa 3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro gestiegen. Größer als die ARAG seien die Allianz und die ERGO-Tochter D.A.S.

Die ARAG treibe ihre Auslandsexpansion in den USA voran. Zum 1. Januar 2004 werde der Konkurrent ACS/LawPhone mit Beitragseinnahmen von 5 Millionen Dollar übernommen. ARAG steige damit in der Nische der Rechtsschutzdienstleistungen zum Branchenführer auf dem sehr zersplitteten USA-Markt auf. Schwerpunkt seien dabei alltägliche Rechtsauskünfte wie Fragen zur Form eines Testamentes. Mit dem Kauf in den USA bekomme ARAG auch ein Sprungbrett nach Kanada. Dagegen würden die Tochtergesellschaften in Ungarn und Tschechien aufgelöst. Mangels ausreichender Rechtsschutz-Nachfrage hätten sich dort keine schwarzen Zahlen abgezeichnet. "Wir wollen uns nicht verzetteln."


 
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