Tankstellenriese: Aral verabschiedet sich vom Normalbenzin
zuletzt aktualisiert: 03.02.2010 - 10:53Düsseldorf (RPO). Deutschlands größte Tankstellenkette Aral will in diesem Jahr an zahlreichen Stationen den Verkauf von Normalbenzin einstellen. Aral-Chef Stefan Brok sagte in Düsseldorf, die Nachfrage nach dem 91-Oktan-Kraftstoff sei inzwischen stark gesunken. Der Verkauf werde damit unrentabel.
Die Konkurrenten Shell und Esso haben Normalbenzin bereits aus dem Programm genommen. Der Absatz von Normalbenzin war eingebrochen, nachdem die Branche im Jahr 2007 die Preise von Super- und Normalbenzin angeglichen hatte. Weil jeder Motor, der laut Herstellervorgaben Normalbenzin braucht, auch mit dem besseren Superbenzin betrieben werden kann, gibt es im Grunde keine Notwendigkeit für Normalbenzin mehr.
Nach Angaben von Aral entfallen derzeit nur noch 3,5 Prozent des verkauften Treibstoffes auf Normalbenzin. In allen anderen europäischen Ländern gebe es schon jetzt diese Treibstoffart nicht mehr, betonte Brok.
Das Tochterunternehmen des britischen Mineralöl-Konzerns BP konnte im vergangenen Jahr in Deutschland gegen den Markttrend sein Tankstellennetz um mehr als 80 auf gut 2.500 Stationen vergrößern. Damit behauptete das Unternehmen nach eigenen Angaben seine Position als Marktführer.
Sinkende Preise beleben Treibstoffabsatz
Gleichzeitig stieg der Kraftstoffabsatz um rund 5 Prozent auf 8,3 Millionen Tonnen. Neben der Ausweitung des Tankstellennetzes beflügelte Brok zufolge auch das im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunkene Preisniveau für Diesel und Ottokraftstoffe den Absatz. Denn viele Autofahrer hätten dadurch ihr Auto wieder mehr genutzt.
Im Jahresdurchschnitt 2009 kostete ein Liter Superbenzin mit 127,9 Cent rund 11,6 Cent weniger als im Vorjahr. Diesel verbilligte sich sogar um 24,7 Cent auf rund 108,8 Cent je Liter.
Leichte Umsatzeinbußen musste Aral im wichtigen Shopgeschäft hinnehmen. Hier sank der Umsatz um 1,4 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro. Rückläufig war nach Konzernangaben vor allem der Verkauf von Alkoholika, Printmedien und Süßwaren. Dagegen konnte der Kaffeeabsatz deutlich gesteigert werden. Das Shop- und Bistro-Geschäft ist für die Tankstellenunternehmer von zentraler Bedeutung. Denn darauf entfallen 60 Prozent des Gesamtertrages.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
