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"Wir brauchen viel mehr Flexibilität": Arbeitgeber-Institut fordert Rente mit 70

VON BIRGIT MARSCHALL - zuletzt aktualisiert: 11.08.2010 - 07:24

(RP). Aus der Rente mit 67 muss aus Sicht des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) langfristig die Rente mit 70 Jahren werden. "Wenn wir uns die höhere Lebenserwartung und die abnehmende Geburtenrate in Deutschland anschauen, wird die Rente mit 70 perspektivisch kommen müssen", sagte IW-Chef Michael Hüther unserer Redaktion.

IW-Chef Michael Hüther fordert mehr Flexibilität bei den Renten.  Foto: IW
IW-Chef Michael Hüther fordert mehr Flexibilität bei den Renten. Foto: IW

Nach geltender Rechtslage wird das gesetzliche Renteneintrittsalter zwischen 2012 und 2029 in monatlichen Schritten von derzeit noch 65 auf dann 67 Jahre angehoben. Wer heute Mitte 40 ist, wird der ersten Generation angehören, die tatsächlich erst mit 67 Jahren in Rente gehen kann.

Hüther forderte die Bundesregierung auf, diesen Prozess der Anhebung des Rentenalters über die Marke von 67 Jahren hinaus fortzusetzen. "Wir sollten 2029 nicht aufhören, das Rentenalter anzuheben, sondern auch danach damit fortfahren", empfahl der Topökonom.

Wer früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden wolle, könne dies mit Abschlägen tun. Ebenso solle auch über 70 hinaus arbeiten können, wer möchte. "Wir brauchen viel mehr Flexibilität, was das Arbeiten im Alter angeht", sagte Hüther. Die Rente mit 67 sei "nur eine Orientierungsgröße". In Großbritannien hätten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften darauf geeinigt, keine Altersgrenze mehr festzulegen.

Hüther reagierte auf die neu entflammte Debatte in der SPD über die Rente mit 67. Führende SPD-Politiker wollen den Beschluss der schwarz-roten Koalition ändern und fordern Verbesserungen für einzelne Berufe, etwa Dachdecker. Die SPD-Diskussion sei "fatal", so Hüther. "Man muss schon blind sein, wenn man die Folgen der alternden Gesellschaft nicht sieht."

Quelle: RP

 
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