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Steuern und Abgaben um 22 Prozent gestiegen: Arbeitnehmer verdienen weniger als 1991

zuletzt aktualisiert: 19.01.2008 - 11:59

Frankfurt/Main (RPO). Steuern, Abgaben und die steigenden Preise belasten die Einkommen der deutschen Arbeitnehmer. Heute verdienen sie sogar weniger als 1991. In der gleichen Zeit sind die Belastungen durch Sozialversicherungen und den Fiskus um 22 Prozent gestiegen.

Arbeitnehmer verdienen Berechnungen des Magazins "Wirtschaftswoche" zufolge heute real und netto weniger als 1991 - obwohl in dieser Zeit die Wirtschaft um 27 Prozent gewachsen ist. In der gleichen Zeit kletterten demnach Steuern und Sozialabgaben um 22 Prozent, so dass der Bruttolohnanstieg mehr als aufgefressen wurde, schreibt das Magazin mit Hinweis auf eigene Berechnungen auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes.

Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), forderte von der Bundesregierung in der "Wirtschaftswoche", das Brutto-Netto-Gefälle zu reduzieren. Die Koalition müsse jetzt handeln und den Staatshaushalt sanieren, um Freiraum für Steuersenkungen zu schaffen, erklärte Hüther. Wichtig sei vor allem eine Strukturreform bei der Einkommensteuer, die der Mittelschicht Erleichterung verschaffe, "denn die ist bei den vorangegangenen Reformen viel zu kurz gekommen".

Gleichzeitig warnt Hüther vor überzogenen Lohnabschlüssen 2008: "2007 sind die Tariflöhne im Schnitt um rund 2,5 Prozent erhöht worden. Dieses Ergebnis halte ich in diesem Jahr für die absolute Obergrenze, zumal die wirtschaftliche Dynamik sinkt." Scharf rügte der IW-Chef die Forderung verschiedener Spitzenpolitiker nach kräftigen Lohnzuschlägen: "Es ist nicht Aufgabe der Regierung, den Tarifparteien Vorschläge zu machen, und schon gar nicht, sich dabei propagandistisch auf eine Seite zu schlagen. Das sind einmalige Vorgänge, die die Tarifautonomie beschädigen."

Derweil äußerte der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hanns-Eberhard Schleyer, überraschend Verständnis für hohe Lohnforderungen der Beschäftigten. "Man kann den Arbeitnehmern nicht vorwerfen, dass sie am wirtschaftlichen Aufschwung der vergangenen Jahre teilhaben wollen", sagte er dem gleichen Magazin.

Auch der Bundesvorsitzende der CDU/CSU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung, Josef Schlarmann, macht den Gewerkschaften keinen Vorwurf und kritisiert stattdessen die Bundesregierung: "Die immense Abgabenmehrbelastung treibt die Gewerkschaften dazu, nun solch irre Lohnforderungen zu stellen." Die Bundesregierung dränge damit die Unternehmen "in eine der härtesten Tarifauseinandersetzungen der Nachkriegsgeschichte".

Entsprechend drang CSU-Chef Erwin Huber auf eine Senkung der Lohn- und Einkommensteuer. "Es ist Sache der Politik, die arbeitende Bevölkerung bei Steuern und Abgaben zu entlasten und die Menschen dadurch am wirtschaftlichen Aufschwung stärker teilhaben zu lassen."

Quelle: ap

 
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