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Härteres Vorgehen gegen Arbeitsunwillige: Arbeitsämter verhängen offenbar mehr Sperrzeiten

zuletzt aktualisiert: 15.01.2004 - 06:20

Berlin (rpo). Für Arbeitslose, die Job- oder Weiterbildungsangebote nicht angenommen haben, war das vergangenen Jahr besonders hart. Die Arbeitsämter haben in 2003 laut einem Bericht der "Berliner Zeitung" offenbar deutlich mehr Sperrzeiten verhängt.

Im vergangenen Jahr sei die Zahl der von den Ämtern verhängten Sperrzeiten bundesweit um mehr als ein Drittel auf 423.775 Fälle gestiegen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Während der Sperrzeit bezahlen die Arbeitsagenturen - die früheren Arbeitsämter - den Betroffenen für maximal zwölf Wochen kein Arbeitslosengeld oder keine Arbeitslosenhilfe mehr.

Im einzelnen entzogen die Ämter den Angaben zufolge 2003 rund 153.000 Erwerbslosen die Unterstützungsleistungen, die einen vom Arbeitsamt angebotenen Job nicht antreten wollten.

Die Zahl der Arbeitslosen, die die Teilnahme an einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme verweigerten oder abbrachen, stieg auf rund 33.000. Mehr als die Hälfte aller verhängten Sperrzeiten entfiel auf Erwerbslose, die ihren Job zuvor selbst gekündigt oder ihn selbst verschuldet verloren hatten. In diesen Fällen werden automatisch Sperrzeiten verhängt.

Eine Sprecherin der Bundesagentur begründete den sprunghaften Anstieg der Sperrzeiten in der "Berliner Zeitung" mit der neuen Geschäftspolitik der Nürnberger Behörde, die sich an dem Prinzip "fordern und fördern" orientiere.

Es seien viel mehr Mitarbeiter in der Arbeitsvermittlung tätig als früher. Aus diesem Grund könne man den Erwerbslosen auch weitaus mehr Stellen anbieten als zuvor.


 
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