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Arbeitsgericht Frankfurt
Lufthansa will Pilotenstreik juristisch stoppen lassen

Hintergrund: Diese Rechte haben Reisende
Hintergrund: Diese Rechte haben Reisende FOTO: dapd, Mario Vedder
Frankfurt/Main. Die Lufthansa will den für Mittwoch angesetzten Pilotenstreik mit einer einstweilige Verfügung stoppen lassen. Das Arbeitsgericht Frankfurt sollte darüber noch am Nachmittag beraten, sagte ein Unternehmenssprecher.

Man halte einzelne Elemente der Forderung für rechtswidrig. Ob Lufthansa im Falle einer Ablehnung auch in die zweite Instanz gehen würde, ließ er offen.

Die Fluglinie habe eine Einstweilige Verfügung gegen den Ausstand der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit beantragt, bestätigte eine Gerichtssprecherin am Dienstag. Die Verhandlung beginne um 15 Uhr.

Das Landesarbeitsgericht Hessen hatte den vorerst letzten Pilotenstreik der Vereinigung Cockpit im September 2015 für rechtswidrig erklärt, weil dort tariffremde Forderungen erhoben worden waren. Die VC hatte daraufhin den Streik Nr. 13 gestoppt und in der Folgezeit vermieden, über andere Themen öffentlich zu reden. Der aktuelle Streik bezieht sich allein auf Lohnforderungen.

876 Flüge betroffen

Die Lufthansa-Piloten wollen am Mittwoch den gesamten Flugverkehr ihrer Airline bestreiken. Betroffen seien alle Flüge aus Deutschland. Ein Alternativ-Flugplan ist laut Fluglinie in Arbeit. "2124 von rund 3000 geplanten Flügen der Lufthansa Group finden statt", teilte die Lufthansa am Dienstag mit. Insgesamt seien rund 100.000 Passagiere betroffen, teilte das Unternehmen mit. Gestrichen werden demnach 51 Langstreckenflüge, die übrigen Verbindungen sind Kurzstreckenflüge. Von und nach Düsseldorf sollen 30 Flüge ausfallen, wie der Flughafen mitteilt. Nach Informationen der Fluggesellschaft sind davon alle 10 Verbindungen von und nach Frankfurt sowie 20 von 28 Flügen zwischen der Landeshauptstadt und München betroffen.

Die Fluggesellschaft veröffentlichte auf ihrer Internetseite lh.com einen Sonderflugplan. Kunden können sich auch unter der kostenlosen Nummer 0800/8506070 über den Status ihres gebuchten Flugs informieren. Betroffene würden so weit wie möglich auf andere Airlines oder andere Verkehrsmittel umgebucht, erklärte Lufthansa. Das Unternehmen setze "alles daran", die Auswirkungen des Streiks für die Fluggäste "so gering wie möglich zu halten".

(felt/dpa)
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