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Im November: Arbeitskräftenachfrage über Vorkrisenniveau

zuletzt aktualisiert: 29.11.2010 - 13:34

Nürnberg (RPO). Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im November weiter kräftig gestiegen und liegt nun sogar über Vorkrisenniveau. Wie die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, stieg der Stellenindex BA-X im Vergleich zum Vormonat um 4 auf 149 Punkte.

Einen so hohen Wert hatte das Stellenbarometer zuletzt im Juni 2008 erreicht. Vor einem Jahr lag es bei 113 Punkten.

Die positive Stimmung der Wirtschaft schlage sich auch auf die Nachfrage nach Fachkräften nieder, erklärten die BA-Experten. Ein großer Ansturm herrsche in der Zeitarbeit. Gut jede dritte gemeldete Stelle am ersten Arbeitsmarkt komme derzeit aus dieser Branche. Gesucht seien zudem Mitarbeiter im Handel, im Bausektor, in der Gastronomie und im Gesundheits- und Sozialwesen. Mehr als drei Viertel der bei der BA gemeldeten Jobs seien Vollzeitarbeitsplätze, ebenfalls mehr als drei Viertel unbefristete Stellen. Teilweise klagten die Unternehmen wieder über Probleme, ausreichend hochqualifizierte Fachkräfte zu finden, hieß es weiter.

Info

Der BA-X ist der aktuellste Stellenindex in Deutschland. Er beruht auf konkreten Stellengesuchen der Unternehmen und signalisiert deren Einstellungsbereitschaft. Seinen bislang höchsten Wert erreichte er im Februar 2007 (165 Punkte), den niedrigsten Stand im Dezember 2004 (96 Punkte).

Weiterhin konjunktureller Rückenwind

Angesichts der ungebrochen hohen Nachfrage nach Mitarbeitern rechnen von der dapd befragte Volkswirte für November mit einer Fortsetzung der Entspannung am Arbeitsmarkt. "Wir sind nach wie vor auf einem guten Weg", erklärte Holger Schäfer vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Er prognostiziert einen Rückgang der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat um 20.000 auf 2,925 Millionen, was seiner Einschätzung nach in erster Linie auf die nach wie vor kräftige Konjunktur zurückzuführen ist.

Rolf Schneider von Allianz Economic Research geht aus dem gleichen Grund von einer Abnahme um rund 9000 aus. Er erwartet zudem, dass die Drei-Millionen-Marke auch im Dezember nicht mehr überschritten wird - es sei denn, der Winter fällt extrem streng aus.

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Mit unverändert 2,945 Millionen Arbeitslosen rechnet dagegen Volkswirt Alexander Koch von UniCredit. Während seinen Worten zufolge normalerweise im November bereits die Winterarbeitslosigkeit beginnt, war das Wetter bis zum Zähltag am 15. November noch verhältnismäßig mild, so dass Beschäftigte in Außenberufen weiter ihrer Tätigkeit nachgehen konnten. Hinzu komme der nach wie vor starke "konjunkturelle Rückenwind". Umfragen zeigten, dass die Unternehmen branchenübergreifend und auf breiter Basis weitere Einstellungen planten, erklärte er.

Im Oktober war die Zahl der Menschen ohne Job um 86.000 auf 2,945 Millionen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote hatte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 7,0 Prozent verringert. Die November-Daten gibt die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag (30. November) um 10.00 Uhr in Nürnberg bekannt.

Quelle: apd/jre

 
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