Prognose: Arbeitslosenzahl bis 2010 unter drei Millionen?
zuletzt aktualisiert: 03.12.2006 - 10:25Hamburg (RPO). Gerade ist die Arbeitslosenzahl in Deutschland unter die Vier-Millionen-Grenze gerutscht, da denkt Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts HWWI, schon einen Schritt weiter. In wenigen Jahren sollen weniger als drei Millionen ohne Job sein.
Als nächstes Ziel müsse bis 2010 diese Grenze geknackt werden. "Das ist möglich", schreibt Straubhaar in einem Gastbeitrag für "Bild am Sonntag". Um dieses Ziel zu erreichen, dürfe nicht mehr der Schutz bestehender Beschäftigungsverhältnisse im Vordergrund stehen, sondern die möglichst rasche Schaffung möglichst vieler neuer Arbeitsplätze.
"Mindestsicherung statt Mindestlohn lautet hierzu die Zauberformel", sagte der Wirtschaftsforscher. Er fordert, die Politik müsse "den Arbeitsmarkt entfesseln, die Lohnnebenkosten auf Null reduzieren, den Kündigungsschutz abschaffen, die Lohnfindung flexibilisieren".
Im Gegenzug finanzierten die Steuerzahler ein Grundeinkommen für alle. Dies sichere das Existenzminimum. Straubhaar fügte hinzu: "Die Mindestsicherung ersetzt Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld und Rente." Dadurch könnten die Sozialversicherungsbeiträge komplett wegfallen. So werde brutto zu netto. Das mache Schattenwirtschaft weniger interessant. Ein freier Arbeitsmarkt sei für die Wirtschaft Anreiz und Ansporn genug, die Million neuer Arbeitsplätze zu schaffen, die zum Drei-Millionen-Ziel fehle.
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