Auch NRW betroffen: Arbeitslosenzahl steigt auf knapp 3,5 Millionen
VON ANTJE HÖNING - zuletzt aktualisiert: 28.07.2009 - 18:40Düsseldorf (RP). Die Wirtschaftskrise treibt die Arbeitslosigkeit in die Höhe. Von Juni auf Juli legte die Zahl der Arbeitslosen bundesweit um mehrere zehntausend auf knapp 3,5 Millionen zu, wie unsere Redaktion aus Regierungskreisen erfuhr. Der Anstieg ist höher, als sonst um diese Jahreszeit üblich.
Im Juni war die Arbeitslosenzahl noch auf 3,41 Millionen gesunken. Die offiziellen Zahlen gibt die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag bekannt.
Auch in Nordrhein-Westfalen sind wieder mehr Menschen ohne Arbeit. Gegenüber Juni, als es 811.000 Erwerbslose gab, ist die Arbeitslosigkeit im Juli um mehr als 15.000 angestiegen und damit stärker als vor einem Jahr, hieß es in den Kreisen weiter.
Die Bundesagentur wollte die Zahlen nicht kommentieren. BA-Sprecherin Ilona Mirtschin sagte: „In der Sommerpause stellen Unternehmen generell weniger ein. Dieser Effekt dürfte sich in diesem Jahr durch die Wirtschaftskrise verschärfen, zumal Betriebe zunehmend Jugendliche nach der Ausbildung nicht übernehmen.”
Die Arbeitslosigkeit wäre sogar noch stärker gestiegen, wenn die BA nicht auf Anweisung der Bundesregierung die statistische Erfassung hätte ändern müssen. Seit Mai werden Arbeitslose, die die BA zur Vermittlung an Dritte übergibt, nicht mehr als arbeitlos gezählt.
Ab Herbst wird die Arbeitslosigkeit dennoch kräftig steigen. Dann läuft bei vielen Unternehmen die Kurzarbeit aus. Die meisten der betroffenen Unternehmen hatten im Frühjahr Kurzarbeit beantragt und zwar für sechs bis acht Monate. Zuletzt zahlte die BA für 1,1 Millionen Kurzarbeiter. Hinzu kommt, dass in jedem Winter witterungsbedingt die Zahl der Arbeitslosen um 300.000 zunimmt. Arbeitsmarktexperten gehen davon aus, dass es in diesem Winter über vier Millionen Arbeitslose gibt.
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