Rückgang 2012 erwartet: Arbeitslosigkeit steigt leicht an
zuletzt aktualisiert: 28.07.2011 - 11:33Nürnberg (RPO). Die übliche Sommerdelle hat die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Juli wieder leicht steigen lassen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren 46.000 Menschen mehr ohne Job als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosenzahl um 247.000 auf 2,939 Millionen. Damit sie die Arbeitslosenzahl die niedrigste in einem Juli seit der Wiedervereinigung, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt am Donnerstag in Nürnberg.
Der Anstieg im Vergleich zum Vormonat führte Alt allein auf jahreszeitliche Gründe zurück. Die Arbeitslosenquote erhöhte such im Vergleich zum Juni um 0,1 Prozent auf 7,0 Prozent.
Dies sei mit quartalsbedingten Kündigungen und vielen Jugendlichen zu erklären, die sich nach dem Schul- oder Ausbildungsende arbeitslos meldeten, sagte Alt. Zudem würden in vielen Branchen Einstellungen bis nach den Sommerferien verschoben.
Die Wirtschaft stabilisiere sich nun "auf hohem Niveau", sagte Alt. Die BA rechnet nach seinen Angaben im Jahresdurchschnitt weiter mit einer Arbeitslosenzahl von 2,9 Millionen. Die Drei-Millionen-Marke werde wohl nicht mehr überschritten. Für 2012 erwartet Alt einen Jahresschnitt von 2,7 Millionen Arbeitslosen.
Unsicherheiten gebe es noch durch die Lage auf den internationalen Finanzmärkten, speziell durch die Haushaltsprobleme der USA und Griechenlands. "Ich sehe in der aktuellen Entwicklung des Arbeitsmarktes hier aber keine Auswirkungen", sagte Alt.
Chancen auf Zuwanderung durch Wirtschaftskrise
Finanzvorstand Raimund Becker sieht in der Wirtschaftskrise in Südeuropa auch Chancen auf Zuwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt. Etwa in Spanien gebe es großes Interesse, was die steigenden Anmeldungen zu Sprachkursen des Goethe-Instituts belegten.
Speziell im Ingenieursbereich entwickele "sich etwas". Becker forderte von der Bundesregierung eine Lockerung der Regeln für die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte.
Seit Mai seien im Rahmen der Freizügigkeit nur 8.000 Menschen auf den deutschen Arbeitsmarkt gekommen, speziell nach Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. "Der Run auf Deutschland hat nicht stattgefunden", sagte Becker. Die Zuwanderung habe sich vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, Bau sowie Hotel- und Gaststättengewerbe ausgewirkt. Alt nannte den bisherigen Erfolg der Freizügigkeit aus den osteuropäischen Staaten "sehr mäßig".
Zwischen den alten und neuen Bundesländern zeigte sich im Juli eine analoge Entwicklung. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Juni jeweils um 0,1 Punkte auf 5,9 Prozent beziehungsweise 11,0 Prozent.
Den Bestwert erreichte wiederum Bayern mit 3,5 Prozent vor Baden-Württemberg mit 3,9 Prozent. Schlusslicht ist Berlin mit 13,5 Prozent hinter Mecklenburg-Vorpommern (11,7) und Sachsen-Anhalt (11,3).
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