Weniger Arbeitslose im August: Arbeitsmarkt in NRW trotzt dem Trend
zuletzt aktualisiert: 01.09.2009 - 14:42Düsseldorf (RPO). Die Zahl der Arbeitslosen in Nordrhein-Westfalen ist im August im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken. Sie ging um 1870 auf 828.210 Personen zurück, wie die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Damit entwickeln sich die Zahlen in NRW gegen den bundesweiten Trend.
Gegenüber dem Vorjahr stieg die Arbeitslosenzahl in NRW jedoch um 9,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote blieb den Angaben zufolge bei 9,2 Prozent konstant, vor einem Jahr lag sie bei 8,4 Prozent.
Erheblich mehr Arbeitslose im Vergleich zum Vorjahr gebe es vor allem in den Regionen, die im vorausgegangenen Wirtschaftsaufschwung einen starken Beschäftigungsanstieg erlebten, hieß es weiter.
So sei im Märkischen Kreis der Anstieg der Arbeitslosigkeit gut fünfmal so hoch wie im Landesschnitt (21 000 Arbeitslose, plus 51 Prozent gegenüber Vorjahr). Im Gegensatz dazu habe sich die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Dortmund nur geringfügig (47 710, plus 0,5 Prozent gegenüber Vorjahr) erhöht.
Der bundesweite Trend sieht anders aus
Bundesweit sieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Juli um 9000 auf 3,472 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Der negative Effekt wird dabei durch das Kurzarbeitergeld erheblich abgemildert. "Vor allem Kurzarbeit stabilisiert den Arbeitsmarkt", erklärte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise.
Nach Darstellung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist die Arbeitslosenzahl niedriger als erwartet. "Erst einmal bin ich sehr froh, dass wir solche Arbeitsmarktzahlen haben", sagte Merkel am Dienstag in einem Interview des Bayerischen Rundfunks. "Wir haben es geschafft, in einer Zeit, wo wir gar kein Licht am Ende des Tunnels sahen, die Arbeitsmarktzahlen sehr, sehr gut im Lot zu halten."
Dies sei ein Erfolg der Arbeitsmarktpolitik sowie der Anstrengungen von Betriebsräten, Arbeitnehmern und Arbeitgebern in den Unternehmen. "Die Verantwortung, die alle miteinander übernommen haben in dieser schwierigen Situation, ist etwas sehr Erfreuliches für Deutschland", sagte die CDU-Chefin.
Auch für die nächsten Monate äußerte sie sich verhalten optimistisch. "Wir wissen, dass wir mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit rechnen müssen, aber wir wissen nicht, wie stark." Schon für diesen Sommer seien höhere Arbeitslosenzahlen erwartet worden. Nun hätten einige Unternehmen, die vor Monaten Entlassungen ins Auge gefasst hätten, diese wieder verworfen. "Wir müssen ein Stück jetzt auf Sicht fahren", sagte Merkel.
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