Wegen anhaltend hoher Verschuldung: Auch S&P stuft Griechenland herunter
zuletzt aktualisiert: 16.12.2009 - 20:39Athen (RPO). Nun hat auch die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Griechenlands angesichts der anhaltend hohen Staatsverschuldung herabgestuft. Das teilte das Finanzunternehmen am Mittwoch in Athen mit. Das Rating wird von der Note A- auf BBB+ herabgesetzt.
Standard & Poor's sei nicht überzeugt, dass die jüngst von der Regierung angekündigten Sparmaßnahmen ausreichten, um die ausufernde Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen, hieß es weiter.
Die Ratingagentur Fitch hatte Griechenland erst in der vergangenen Woche heruntergestuft. Die langfristige Bonitätsnote wurde auch von ihr auf BBB+ gesenkt - die schlechteste Einstufung aller Euro-Länder. Die dritte große Agentur, Moody's, hat eine Überprüfung des Ratings und eine möglich Herabstufung angekündigt. Ein schlechteres Rating verteuert neue Darlehen - und verringert die Bonität des Landes damit noch weiter.
Die griechische Neuverschuldung liegt im laufenden Jahr bei über 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Insgesamt steht Griechenland mit 300 Milliarden Euro in der Kreide. 2010 soll das Staatsdefizit etwa 120 Prozent des BIP entsprechen. Beide Werte sind weit über den im EU-Stabilitätspakt vorgesehenen Obergrenzen, sie belaufen sich auf 3 beziehungsweise 60 Prozent.
Defizit soll bis 2013 sinken
Bis 2013 soll das Haushaltsdefizit nach Angaben der Regierung allerdings wieder unter die Marke von 3 Prozent sinken. Ministerpräsident Giorgos Papandreou erklärte am Montag bei der Ankündigung des neuen Sparkurses, das Land laufe Gefahr, unter der staatlichen Schuldenlast zusammenzubrechen. Griechenland habe auf internationalem Parkett "jede Spur von Glaubwürdigkeit" verloren, sagte der Regierungschef.
Linke Gewerkschaften organisieren Generalstreik
Nach der Ankündigung der griechischen Regierung von massiven Sparmaßnahmen zum Schuldenabbau soll am Donnerstag ein Generalstreik stattfinden. Zu dem landesweiten Streik haben die der kommunistischen Partei und der radikalen Linken nahe stehenden Gewerkschaften PAME und SYRIZA aufgerufen, auch die Lehrergewerkschaft OLME schloss sich an.
In den großen griechischen Städten sind mehr als 60 Protestkundgebungen geplant. Da auch der Athener Journalistenverband ESYEA den Streik unterstützt, werden keine Radio- oder Fernsehnachrichten gesendet und keine nationalen Zeitungen erscheinen. Der sozialistische Regierungschef Giorgios Papandreou hatte am Montag Maßnahmen zur Sanierung des Staatshaushalts vorgestellt.
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