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Verbraucherschützer warnen: Auf vielen Lebensmitteln fehlen die Angaben

zuletzt aktualisiert: 15.09.2009 - 15:46

Frankfurt/Main (RPO). Lebensmittelkonzerne geizen auf der Verpackung mit wichtigen Informationen zu Zucker, Fett und anderen Nährwerten. Gerade bei zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln wie Milchprodukten, Wurst und Süßigkeiten fehlten oft wichtige Nährwertangaben. Dies ergibt eine neue Untersuchung, die die Verbraucherzentrale in Hamburg vorgestellt hat.

Bei knapp 15 Prozent aller untersuchten Lebensmittel gibt es keinerlei Angaben zu Kaloriengehalt und Nährstoffen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie ergab. Dabei wurden 3500 Produkte von mehr als 50 Herstellern untersucht. Die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit diesen Inhaltsstoffen ist nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg beklagte, dass fast die Hälfte der untersuchten Produkte nicht mit den acht wichtigsten Nährwertangaben versehen sind: Energiegehalt, Eiweiß, Kohlenhydrate, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und Salz. "Das wäre aber eine wichtige Voraussetzung, um Dickmacher zu entlarven."

Info

Mehr Informationen

Alle Ergebnisse der Studie bei der Verbraucherzentrale Hamburg im Internet http://www.vzhh.de/

Auffällig ist den Verbraucherschützern zufolge, dass ausgerechnet fett- und zuckerreiche Produkte seltener gekennzeichnet sind. So werde Kalbsleberwurst ohne Kennzeichnung angeboten, der fettarme Schinken dagegen mit. Eine ähnliches Bild bietet sich bei Molkereiprodukten oder beim Zuckergehalt von Konfitüren.

Ampelkennzeichnung gefordert 

Vergleichsweise positiv schnitt der Discounter Aldi bei der Untersuchung ab. Nur bei sechs Prozent der Produkte fehlten die acht wichtigsten Nährwerte. Die Verbraucherzentralen stellten zudem fest, dass Handelsketten offenbar Druck auf Hersteller ausüben und die Kennzeichnung der Lebensmittel durchsetzen können. So habe es einige Produkte des Süßwarenherstellers Haribo gegeben, die nur bei Aldi mit den wichtigen Nährwerten gekennzeichnet gewesen seien.

Die Verbraucherschützer sprachen sich erneut dafür aus, Lebensmittel mit einer Ampel zu kennzeichnen. Damit könnten Verbraucher unkompliziert und schnell Zuckerbomben und Fettfallen erkennen.

Bislang ist die Firma Frosta der einzige deutsche Lebensmittelproduzent, der seine seine Tiefkühlkost mit der umstrittenen Nährwert-Ampel kennzeichnet. Handel und Markenverband sind gegen die Kennzeichnung, weil sie Lebensmittel nicht kennzeichne, sondern werte. In Ländern wie Großbritannien ist die Ampel schon verbreiteter.

Quelle: AP/csi

 
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