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Rückgang auf 6,9 Prozent: Aufschwung drückt Arbeitslosigkeit

zuletzt aktualisiert: 30.06.2011 - 14:37

Nürnberg (RPO). Der anhaltende Wirtschaftsaufschwung hat die Arbeitslosigkeit im Juni weiter unter die Drei-Millionen-Marke gedrückt. Verglichen mit dem Vormonat sank die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen um 67.000 auf 2,893 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat trotz der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt zu weiteren Anstrengungen gemahnt.

Im Vergleich zum Vorjahr betrug die Abnahme 255.000. Die Arbeitslosenquote ging gegenüber Mai um 0,1 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent zurück.

Neben der guten Konjunktur habe auch die angesichts der Bevölkerungsentwicklung weiter gesunkene Zahl an Erwerbsfähigen den Arbeitsmarkt entlastet, erklärte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise.

Arbeitslosigkeit wurde seinen Angaben zufolge im Vergleich zum Vorjahr vor allem im verarbeitenden Gewerbe sowie in den Branchen Handel, Bau, Transport, Information und Kommunikation sowie Finanzen und Versicherungen abgebaut. Dagegen meldeten sich im Vergleich zum Vorjahr in der Zeitarbeit 19,6 Prozent mehr Menschen arbeitslos und im Bereich Gesundheit und Soziales 2,5 Prozent. Weise erklärte das damit, dass die Zahl der Beschäftigten in diesen beiden Branchen viel höher ist als im Vorjahr.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gestiegen

Internen Hochrechnungen der BA zufolge nahm die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im April auf 28,23 Millionen zu - das waren 680.000 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Vollzeitstellen stieg um 414.000, die der Teilzeitstellen um 264.000. Letztere entstanden vor allem im Handel sowie im Bereich Gesundheit und Soziales.

Weise räumte ein, dass der Jobaufbau in den vergangenen zehn Jahren vor allem durch befristete Stellen, Teilzeitarbeitsplätze und im Niedriglohnsektor stattgefunden habe. Zwar könne nicht gesagt werden, dass normale Arbeitsverhältnisse wegfielen- sie scheinen weiter stabil zu bestehen, sagte er. Der Zuwachs an Arbeit komme aber aus diesen "atypischen Beschäftigungsformen".

Bundesweiter Mangel an Ärzten

Gleichzeitig gebe es in manchen Branchen schon einen Fachkräftemangel, erläuterte BA-Vorstand Raimund Becker. Von einem Mangel wird gesprochen, wenn in einer Branche auf einen Bewerber mehr als drei Stellenangebote kommen und die Stellen auch dann noch lange unbesetzt sind, wenn der Arbeitgeber längst einen neuen Mitarbeiter brauchen würde.

Ein solcher flächendeckender Mangel bestehe derzeit - außer in Berlin und Hamburg - bundesweit bei Ärzten. Zudem gebe es in allen Bundesländern - außer in Brandenburg - zu wenige examinierte Altenpfleger. Händeringend gesucht würden außerdem in Westdeutschland Gesundheits- und Krankenpflegefachkräfte. Engpässe gebe es darüber hinaus in den meisten Bundesländern bei Ingenieuren und Elektroberufen. "Auf 100 Stellen bewerben sich 90 Ärzte, auf 1 Stelle als Maschinenbauingenieur kommen nur 1,5 Bewerber", sagte Becker.

An dieser Situation habe auch die seit 1. Mai bestehende volle Arbeitnehmerfreizügigkeit nichts geändert. Bisher seien erst sehr wenige Menschen aus den neuen EU-Ländern nach Deutschland gekommen, erklärte Becker. Haupthemmnis für eine Arbeitsaufnahme sei die Sprache.

Von der Leyen: Weitere Anstrengungen auf Arbeitsmarkt erforderlich

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat trotz der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt zu weiteren Anstrengungen gemahnt. "Der Arbeitsmarkt braucht weiter unsere Aufmerksamkeit", erklärte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin.

Zuvor hatte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitgeteilt, dass die Zahl der Arbeitslosen im Juni um 67.000 auf 2,893 Millionen gesunken ist. Die Behörde erklärte zudem, dass es in einzelnen Branchen bereits einen Fachkräftemangel gebe.

Von der Leyen sagte hierzu, dies müsse ernst genommen werden. Dass zudem wegen der Bevölkerungsentwicklung viele Ausbildungsplätze nicht besetzt werden könnten, zeige, "dass wir uns nicht zurücklehnen dürfen", sagte die CDU-Politikerin.

Quelle: AP/dapd/jre

 
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