Schwarze Zahlen: Autobauer Opel schafft die Wende
zuletzt aktualisiert: 27.12.2006 - 12:41Rüsselsheim (RPO). Jahrelang befand sich der deutsche Autobauer Opel in einer schweren Krise, im Jahr 2006 könnte das Unternehmen nach Meinung von Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz die Wende geschafft haben.
Er gehe davon aus, dass der europäische Zweig des US-Mutterkonzerns General Motors im zu Ende gehenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben werde, sagte Franz in einem AP-Interview, "und das fast ausschließlich wegen Opel". Auch 2007 werde GM Europa Gewinne machen.
Opel hatte in den vergangenen zwei Jahren rund 10.000 Mitarbeiter abgebaut und beschäftigt derzeit nur noch rund 24.800 Arbeiter und Angestellte in Deutschland. Franz machte für die verbesserte Gewinnsituation auch eine Änderung im Marketing verantwortlich: "Opel ist 2006 ganz bewusst aus dem Großflottengeschäft etwa mit Leasingfirmen ausgestiegen, weil man da nur draufbezahlt", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats: "Wir haben zwar Marktanteile eingebüßt, aber den Gewinn pro Fahrzeug erhöht."
Neue Jobs in Rüsselsheim
Franz sagte, er gehe für 2007 bei Opel von einer stabilen Personalsituation aus. "Die Restrukturierung in Bochum, Kaiserslautern, Eisenach und Rüsselsheim ist abgeschlossen", sagte Franz: "Im Internationalen Technischen Entwicklungszentrum in Rüsselsheim gibt es bereits wieder Neueinstellungen für strategische Aufgaben, unter anderem im Bereich Konstruktion." Langfristig rechne er für Rüsselsheim mit einem steigenden Personalbedarf, denn die Zahl der im Opel-Stammwerk gefertigten Modelle werde bis 2011 von derzeit drei auf voraussichtlich acht steigen.
Das kommende Jahr werde aus Sicht der Arbeitnehmer alles andere als einfach, sagte der Betriebsratschef: "2007 wird für Opel und General Motors Europa ein entscheidendes Jahr." Bis Ende des kommenden Jahres werde die Entscheidung fallen, wo ab 2009 oder 2010 die neue Generation des Kompaktmodells Astra gebaut werde: "Der Markt für dieses Fahrzeug beläuft sich auf 750.000 bis 780.000 Einheiten im Jahr. Die Kapazität aller Astra-Werke aber liegt bei 1,15 Millionen Autos."
Für die Fertigung des Astra kommen europaweit fünf Werke des GM-Konzerns in Frage, darunter auch das Opel-Werk in Bochum. Gebraucht werden allerdings nur drei Werke, um die Fahrzeuge zu bauen. "Dennoch stehen wir dafür ein, dass im Zuge der Astra-Entscheidung kein Werk geschlossen wird und dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt", sagte Franz.
Der Chef des Opel-Gesamtbetriebsrats erwartet für 2007 zudem eine anhaltende Rabattschlacht um Autokunden. "Astra und Golf gehen in das letzte Drittel ihres Lebenszyklus", sagte Franz: "Hier droht ein enormer Verdrängungswettbewerb." Er gehe daher davon aus, dass im kommenden Jahr die Preisschlacht der Hersteller aggressiv weiter gehen werde.
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