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"Nicht Aufgabe der Politik": Autoexperte gegen Staatshilfe für Opel

zuletzt aktualisiert: 18.11.2009 - 16:46

Duisburg/Rüsselsheim (RPO). In der Debatte um die Zukunft des Autohersteller Opels hält die Diskussion um Staatshilfen an. "Es kann nicht Aufgabe der Politik sein, einen einzelnen Wettbewerber zu retten", sagte der ehemalige Opel-Treuhandbeirat Manfred Wennemer. Zudem hege er grundsätzliche Zweifel an einer Zukunft Opels. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer warnte indes davor, dass staatliche Unterstützung die anderen deutschen Hersteller benachteiligen würde.

Nach Ansicht Wennemers ist für die Opel-Sanierung nun die US-Konzernmutter General Motors (GM) verantwortlich. Nach dem Verbleib bei GM seien die Chancen besser als mit dem ursprünglich als neuen Eigentümer favorisierten Zulieferer Magna. Allerdings werde es auch mit GM schwierig, "wenn es keine echte Restrukturierung gibt und wenn die Produktpalette nicht deutlich verbessert wird".

Weiter sagte Wennemer, der als Vertreter des Bundes im Treuhandbeirat gegen den Verkauf an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna gestimmt hatte, dass eine Opel-Insolvenz derzeit kein Thema sei. Wenn das Unternehmen aber kein tragfähiges Konzept habe, "wird es spätestens in drei oder vier Jahren wieder vor der Zahlungsunfähigkeit stehen". Seiner Ansicht nach würden staatliche Hilfen und damit verbundene Vorgaben eine richtige Restrukturierung verhindern. Wegen der anstehenden Wahlen in Nordrhein-Westfalen werde die Mutter GM "das Geld bekommen, dass sie sich vorstellt". Dadurch würde die Neustrukturierung auf die lange Bank geschoben.

Nach Auffassung von Dudenhöffer befinden sich die Weltmärkte "auf einem klaren Erholungskurs". Dies gibt GM die Möglichkeit, das "europäisches Restrukturierungsprogramm ohne staatliche Unterstützung durchzuführen", sagte der Direktor des Center Automotive Research CAR) an der Universität Duisburg-Essen am Mittwoch.

Dudenhöffer fordert Abbau von Überkapazitäten

Insgesamt bezifferte Dudenhöffer die Überkapazitäten in Westeuropa auf 3 Millionen Pkw bei insgesamt 14 Millionen produzierten Autos. Das bleibe auch in den kommenden Jahren so, da der Automarkt in Westeuropa kaum ausbaufähig sei. Ein staatliches Hilfsprogramm für GM bedeute in dieser Situation, dass GM mit Steuergeldern finanziert werde und Überkapazität nur unzureichend aus dem Markt nehme.

Unterdessen plädieren die Opel-Beschäftigten weiter für eine Umfirmierung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft. "Es wird sich kein charismatischer Vorstandsvorsitzender für eine GmbH finden lassen", sagte Betriebsratschef Klaus Franz der Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Es sei zudem ein Zeichen für mehr Eigenständigkeit. Zugleich fordert er, Opel im GM-Konzernverbund Zugang zu Märkten außerhalb Europas zu bieten. Dort habe Opel ein Absatzpotenzial von rund jährlich 150 000 Autos sagte er.

Zuvor hatte GM-Europe-Chef Nick Reilly erklärt, zur Sanierung bis zu 10 000 der insgesamt 50 000 Stellen streichen zu wollen. Die Kapazität in Europa müsse um 20 bis 25 Prozent reduziert werden. "Dazu könnte auch die Schließung eines Werks nötig sein", sagte Reilly.

IG-Metall-Chef Berthold Huber bezweifelte, dass Opel mit 20 Prozent weniger Produktion überleben könne. "Und so lange diese Antwort vom Vorstand nicht gegeben wird, bleibe ich bei meinen tiefen Zweifeln an der Kompetenz des Vorstands in Detroit", sagte er.

Derweile plant GM einem Vorabbericht von "auto motor sport" zufolge die Produktion bei Opel weitgehend auf Volumenmodelle zu konzentrieren. Damit werde es keinen Opel-Stadtflitzer auf verkürzter Corsa-Basis geben, heiße es in Konzernkreisen. Gestrichen sei ein Nachfolger für das Astra Cabrio.

Quelle: AP/awei

 
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