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Massiver Stellenabbau: Autokonzern GM bittet um Teilverstaatlichung

zuletzt aktualisiert: 27.04.2009 - 17:09

Detroit (RPO). Der vom Untergang bedrohte Opel-Mutterkonzern General Motors plant durch eine Teilverstaatlichung das eigene Überleben zu sichern. GM legte am Montag einen neuen Sanierungsplan vor. Demnach soll die USA die Hälfte der Konzernaktien erhalten und dafür dem Unternehmen die Hälfte seiner Schulden in Höhe von 15,4 Milliarden Dollar erlassen.

Darüber hinaus kündigte das Unternehmen den Abbau von 21.000 Arbeitsplätzen in den USA an.

Privaten Geldgebern bot der Konzern ebenfalls einen Tausch von Unternehmensanteilen gegen Schuldenerlass vor. Den privaten Gläubigern würden danach weitere zehn Prozent des Konzerns gehören. Darüber hinaus will GM auch die finanziellen Ansprüche eines Gesundheitsfonds der US-Automobilgewerkschaft UAW weitgehend mit eigenen Aktien befriedigen. Die US-Regierung äußerte sich positiv zu den Plänen, machte aber deutlich, dass noch keine Entscheidung gefallen sei. Sollte der Sanierungsplan scheitern, müsste GM in Kürze Insolvenz anmelden.

Verhandlungen um Opel dauern an

Konzernchef Fritz Henderson sagte, die Verhandlungen über die Zukunft der deutschen Tochter Opel dauerten an und würden voraussichtlich erst Ende Mai abgeschlossen. Er sagte, GM werde auch in Zukunft Anteilseigner bleiben: "Ich erwarte nicht, dass wir uns vom europäischen Markt verabschieden." GM will sich bei Opel gegebenenfalls auf eine Minderheitsbeteiligung zurückziehen und ist derzeit auf der Suche nach neuen Investoren.

Darüber hinaus kündigte das Unternehmen den Abbau von 21.000 Arbeitsplätzen in den USA an. Nach dem Sanierungsplan wird GM zudem die traditionsreiche Marke Pontiac spätestens 2010 einstellen. Die Marken Hummer, Saturn und Saab sollen bis Ende dieses Jahres entweder verkauft oder ebenfalls eingestellt werden. Das Ende von Pontiac dürfte auch das Aus für den Opel GT bedeuten, der auf Basis eines Pontiac-Roadsters in den USA produziert wird.

Althaus fordert Erhalt von Opel-Standorten

Unterdessen ging in Deutschland die Debatte um die Zukunft von Opel weiter. Vertreter von Politik und Belegschaften wollen einer Übernahme von Opel nur bei Erhalt der deutschen Werke zustimmen. "Wir haben nur für diejenigen Investoren Präferenz, die wirklich auch zum Beispiel Rüsselsheim, Bochum, Eisenach als Standorte zukunftsfähig erhalten wollen", sagte der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) in Berlin.

Der Betriebsratschef des Opel-Werks in Bochum, Rainer Einenkel, forderte, Fiat müsse ein "ernsthaftes Konzept" vorlegen, aus dem hervorgehe, wie die Opel-Werke im Verbund mit dem italienischen Autobauer erhalten werden könnten. Ein solches Konzept könne dann bewertet und durchgerechnet werden, sagte Einenkel der Nachrichtenagentur AP. Einenkel warb nochmals für eine Beteiligung des kanadischen Autozulieferers Magna an Opel. Beide Unternehmen seien in ihren Produkten keine Konkurrenten und würden bereits an einem österreichischen Standort zusammenarbeiten.

Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach mit dem kanadischen Autozulieferer über einen möglichen Einstieg bei Opel. Es habe eine Reihe von Telefonaten gegeben, sagte Steinmeiers Sprecher Jens Plötner. Der Außenminister habe einen "durchaus positiven Eindruck von diesem Unternehmen" und dessen Engagement gewonnen.

Quelle: AP

 
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