Für geringen Aufschlag mehr Ökostrom: Bahn bietet Ökotickets an
zuletzt aktualisiert: 02.11.2009 - 17:04Frankfurt/Berlin (RPO). Die Deutsche Bahn bietet ihren Großkunden seit Montag Ökotickets an. Für einen kleinen Zuschlag können die Mitarbeiter der Unternehmen auf ihren Dienstreisen emissionsfrei Bahn fahren, wie der Konzern am Montag mitteilte. Die Bahn kauft mit den zusätzlichen Einnahmen mehr Ökostrom und speist ihn in ihr Netz ein.
Die Tickets sollen durch den Umweltaufschlag kaum teurer werden: Der Aufpreis betrage etwa ein Prozent, erklärte die Bahn. Ein emissionsfreies Ticket von Berlin nach Frankfurt am Main koste die Kunden dann etwa 76 Cent mehr als eine klassische Fahrkarte.
Der "Berliner Zeitung" sagte ein Bahn-Sprecher, die Ökotickets stünden zunächst nur Geschäftskunden zu Verfügung, da bei Großkunden-Verträgen der Stromverbrauch besser abschätzen sei. Für Privatkunden gibt es zunächst kein reguläres Ökoticket, es soll laut Bahn aber "baldmöglichst" eingeführt werden. Einzelne Angebote für Privatkunden wie Klassenfahrten und Veranstaltungstickets seien schon jetzt CO2-frei.
Große Nachfrage
Das Unternehmen berechnet den Energiebedarf der vertraglich vereinbarten Geschäftsreisen der Ökoticket-Kunden im Voraus. Die benötigte Strommenge bezieht die Bahn-Tochter DB Energie den Angaben zufolge zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen in Deutschland. Die Bahn wolle sich zudem über einen Fonds beim Aufbau zusätzlicher Quellen zur Erzeugung regenerativer Energien engagieren, erklärte das Unternehmen. Damit sei sichergestellt, dass sich durch die Nutzung des Angebots der Strommarkt auch nachhaltig verändere. Die Herkunft des Ökostroms lässt der Konzern sich demnach vom TÜV Süd bestätigen.
Die Nachfrage nach dem neuen Ökotarif ist laut Bahn bereits groß: 17 Großkunden entschieden sich laut Bahn bereits dafür, darunter die Deutsche Post, der Softwarekonzern SAP, die Generali-Versicherung, McDonald's, und die Deutsche BP. "Wir als Deutsche Bahn wollen gemeinsam mit den Vorreitern unter unseren Großkunden ein Zeichen setzen, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Umweltschutz voranzubringen", erklärte Personenverkehrs-Vorstand Ulrich Homburg.
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