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"Stuttgart 21": Bahn dementiert angebliche Milliarden-Mehrkosten

zuletzt aktualisiert: 05.09.2010 - 13:03

Berlin (RPO). Die Deutsche Bahn hat einen Bericht zurückgewiesen, nach dem bei dem umstrittenen Großprojekt "Stuttgart 21" Mehrkosten in Milliardenhöhe drohen könnten. Die erwarteten Kosten für die ICE-Neubaustrecke Wendlingen - Ulm beliefen sich auf 2,89 Milliarden Euro, erklärte ein Konzernsprecher am Wochenende. Ein Nachrichtenmagazin hatte zuvor berichtet, dass die Strecke etwa zwei Milliarden Euro teurer werde.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestags, Winfried Hermann (Grüne), sagte dem "Spiegel", er gehe davon aus, dass die Strecke am Ende mehr als fünf Milliarden kosten werde. Diese Kostenexplosion will Hermann mit einem Verkehrsgutachten der Münchner Gutachter Vieregg und Rössler belegen, das die Grünen am Mittwoch in Stuttgart vorstellen wollen.

Die Bahn wies den Bericht zurück. Der Konzern habe Ende Juli 2010 eine aktualisierte Kostenrechnung "auf Basis seriöser Planungen vorgestellt", erklärte der Konzernsprecher. Das Büro Vieregg und Rössler habe bereits in der Vergangenheit Kostenrechnungen zu Tunnelbauten vorgenommen, die sich als unzutreffend erwiesen hätten. Laut jüngsten Schätzungen der Deutschen Bahn vom Juli soll der Bau der ICE-Strecke 865 Millionen Euro mehr kosten als ursprünglich geplant. Schon jetzt streiten sich Bund, Länder und Bahn darüber, wer die Mehrkosten zu tragen hat.

Gegen das Projekt "Stuttgart 21" gingen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt am Freitagabend erneut zehntausende Menschen auf die Straße. Die Veranstalter des Aktionsbündnisses gegen "Stuttgart 21" sprachen von bis zu 65.000 Menschen, die sich am Protestzug durch die Stadt beteiligten. Mehrere Aktivisten besetzten den Angaben zufolge symbolisch zwei Bäume im Schlossgarten, die wegen des Projekts gefällt werden sollen.

Seit Beginn der Abrissarbeiten von Teilen des bisherigen Stuttgarter Hauptbahnhofs haben die Gegner des Milliardenprojekts tausende Unterstützer mobilisiert. Für Montag ist die nächste Demonstration geplant. Voraussichtlich am kommenden Freitag soll es ein Spitzentreffen von Gegnern und Befürwortern geben, an dem unter anderem auch Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) teilnimmt. Das Aktionsbündnis hatte aber zur Voraussetzung gemacht, dass die Abbrissarbeiten zuvor ruhen.

Quelle: AFP/fb

 
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