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Insolventes Unternehmen
Bahn-Konkurrent Locomore stellt Zugbetrieb vorerst ein

Bahn-Konkurrent Locomore stellt Zugbetrieb vorerst ein
Ein Zug von Locomore im Hauptbahnhof Stuttgart (Archiv). FOTO: dpa, cdt wok cul
Berlin. Die Zukunft des insolventen Fernzugunternehmens Locomore ist ungewiss. Zum vorerst letzten Mal ist am Freitag ein Fernzug des privaten Betreibers von Stuttgart nach Berlin gefahren.

Das Unternehmen hatte am Donnerstag Insolvenz angemeldet. Die Zahl der Fahrgäste und auch die Einnahmen pro Fahrgast seien "nicht schnell genug" gestiegen, um kostendeckend zu sein, hieß es zur Begründung.

Der Zugbetrieb könne nur dann wieder aufgenommen werden, wenn ein neuer Investor für Locomore gefunden werde, sagte der Rechtsanwalt Danny Koch von der Kanzlei des vorläufigen Insolvenzverwalters Rolf Rattunde am Freitag in Berlin.

Gespräche mit Investoren

Alle weiteren Fahrten, die für die nächsten Tage geplant waren, finden nach seinen Angaben nicht statt. Gelinge es nicht, einen Investor zu finden, würden bereits bezahlte Fahrscheine als Gläubigerforderungen in das Verfahren aufgenommen. Die Geschäftsführung spricht nach eigenen Angaben mit möglichen Investoren.  

Das private Fernzugunternehmen war im Dezember mit dem Ziel gestartet, täglich 1000 Fahrkarten zu verkaufen. Angeboten wurde einmal täglich eine Fahrt von Stuttgart über Frankfurt nach Berlin und wieder zurück. Doch bereits vier Wochen später hatte das Unternehmen mit einer Reihe von Problemen wie defekten Toiletten und falschen Wagenreihungen zu kämpfen. Um den Zug intensiv zu warten, war Locomore zunächst nur an vier Tagen pro Woche unterwegs.

Im April wurde die Zahl der Fahrten wieder aufgestockt. In Wochen mit Feiertagen verkehrte der Zug täglich, in allen anderen Wochen pausierte er mittwochs in Berlin. Auch die Zahl der Wagen stockte Locomore auf. Für 2018 war eine zweite Strecke zwischen Berlin und Köln angekündigt worden.

(wer/AFP/dpa)
 
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