Tarifstreit: Bahn und GDL vertagen sich
zuletzt aktualisiert: 02.01.2008 - 20:01Frankfurt/Main (RPO). Ein Ende im Tarifstreit ist noch immer nicht in Sicht: Die Lokführergewerkschaft GDL und die Bahn bestätigten, dass die Gespräche auf Donnerstag vertagt worden seien. Die GDL sagte, sie mache sich auf zähe Verhandlungen gefasst.
Im Tarifkonflikt bei der Bahn haben Vertreter der GDL und des Konzerns am Mittwoch ihre Gespräche fortgesetzt. Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Claus Weselsky, sagte am Abend, man richte sich darauf ein, bis zum Samstag weiterzuverhandeln. Zum Stand der Gespräche wollte er sich nicht äußern.
Aus Bahnkreisen verlautete, die bislang in "konstruktiver Atmosphäre" verlaufenen Verhandlungen würden am Donnerstagvormittag fortgesetzt. Nach früheren GDL-Angaben stehen in der vorerst letzten Woche des Ringens um einen eigenständigen Tarifvertrag Fragen von Arbeitszeit und Entgelt im Mittelpunkt.
Falls die GDL ihre Streikdrohung für den 7. Januar aufrechterhält, bleiben den Delegationen der Bahn und der Arbeitnehmerorganisation noch fünf Tage, um eine Lösung zu finden. Die GDL will den Ausstand nur stoppen, wenn sich bis dahin deutliche Chancen für einen Kompromiss ergeben. "Wir haben am 5. Januar eine Entscheidung zu treffen", sagte Weselsky am Mittwochabend.
GDL nur für acht Prozent der Ausfalltage verantwortlich
Trotz des großen Aufsehens, das die Lokführerstreiks im vergangenen Jahr erregt haben, machen sie nur acht Prozent der rund 580.000 Arbeitstage aus, die wegen Streiks ausgefallen sind. Das erklärte der Tarifexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Hagen Lesch, der "Frankfurter Rundschau".
Der Ausstand bei der Telekom habe dagegen mit rund 70 Prozent am stärksten zu Buche geschlagen. Bei der Bahn sei in den nächsten Tagen allenfalls damit zu rechnen, dass die Lokführer nochmal drei oder vier Tage streiken. Denn die GDL müsse die Verhältnismäßigkeit wahren, andernfalls könnten Gerichte erneut Streikverbote aussprechen.
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