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Gewinn trotz Streiks leicht gestiegen: Bahn will Preise in diesem Jahr nicht erhöhen

zuletzt aktualisiert: 31.03.2008 - 12:02

Berlin (RPO). Zum dritten Mal in Folge konnte die Bahn Gewinn und Umsatz steigern - trotz des monatelangen Tarifstreits mit der Lokführergewerkschaft GDL. 2007 verdiente das Staatsunternehmen unter dem Strich 1,72 Milliarden Euro, ein Plus von 2,1 Prozent. Die Gute Nachricht für die Kunden: Die Preise sollen in diesem Jahr nicht erhöht werden.

Der Konzernumsatz wuchs um 4,2 Prozent auf 31,31 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich ohne Sondereffekte um 10,6 Prozent auf 2,37 Milliarden Euro. Die Nettoschulden reduzierten sich um 3,07 Milliarden Euro oder 15,7 Prozent auf 16,51 Milliarden Euro.

Umsatzwachstum gab es dem Unternehmen zufolge in allen Geschäftsfeldern. Lediglich im Regionalverkehr fuhr der Konzern ein Minus von 34,6 Prozent ein und landete bei 451 Millionen Euro.

Lohnerhöhungen als "erhebliche Belastung" eingestuft

Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte zu Jahresanfang die zusätzlichen Kosten in Folge der Tarifabschlüsse mit 1,2 Milliarden Euro für die nächsten fünf Jahre beziffert und mehrmals damit gedroht, deswegen die Fahrpreise zu erhöhen und Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern.

Das Unternehmen betonte am Montag erneut, dass vor allem die mit den Lokführern ausgehandelten zweistelligen Lohnerhöhungen eine "erhebliche Belastung für die Wettbewerbsfähigkeit" des Unternehmens darstellten. Mit einer "Vielzahl von Einzelmaßnahmen" wolle man dem entgegensteuern. Welche Gegenmaßnahmen gemeint sind, wurde zunächst nicht bekannt.

Mehdorn mahnte eine positive Entscheidung über die lange aufgeschobene Teilprivatisierung für die nächsten Wochen an, damit die Bahn ihre Position gegen bereits börsennotierte Konkurrenzunternehmen behaupten könne. Um ihre Chancen im europäischen Verkehrsmarkt nutzen zu können, benötige die Bahn zusätzliches Kapital. "Auch dem Bund würde zeitnah die Möglichkeit eröffnet, dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen mit den Erlösen aus einer Teilprivatisierung zu finanzieren", erklärte er.

Widerstand der SPD gegen Teilprivatisierung

In der SPD regt sich unterdessen weiter Widerstand gegen die geplante Teilprivatisierung der Bahn. Das in der Koalition debattierte Holding-Modell zum Verkauf von Teilen des Konzerns "deckt sich nicht mit dem Parteitagsbeschluss" der SPD zur Volksaktie, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit vor einer SPD-Präsidiumssitzung.

Man solle die "einseitige Fixierung" auf eine Teilprivatisierung zur Beschaffung von Kapital für die Bahn aufgeben, sagte er. Nach dem Stopp des Transrapids seien nun Bundesmittel freigeworden, die dafür eingesetzt werden könnten.

Der SPD-Politiker mahnte die Parteispitze, den Beschluss für eine Bahn-Volksaktie umzusetzen. "Ich bin dafür, dass die SPD-Führung nur Dinge beschließt, die sich decken mit dem Parteitagsbeschluss", sagte Wowereit. Dann sei auch kein Sonderparteitag zu der Frage nötig. Es gehe um "ein wichtiges Thema, bei dem sich die SPD inhaltlich positionieren sollte".

Quelle: afp2

 
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