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Politik sucht nach Lösungen: Bahn zum Spottpreis an die Börse?

zuletzt aktualisiert: 09.10.2008 - 11:51

Berlin/München (RPO). Der Börsengang der Deutschen Bahn ist fraglicher denn je. Wegen der Finanzmarktkrise und der Schwäche an den Börsen würde die Regierung das Aktienpaket nur mit deutlichen Abschlägen verkaufen können. Politiker fordern einen Stopp des Vorhabens, ein Lenkungsausschuss sucht heute nach Lösungen. 

Angesichts der Finanzmarktkrise gibt es einem Medienbericht zufolge in der großen Koalition Überlegungen, einen deutlich geringeren Teil der Deutschen Bahn an die Börse zu bringen als bislang geplant. Mehrere SPD-Politiker sagten der "Welt", es gebe "keinen Automatismus", 24,9 Prozent der Bahntochter DB Mobility Logistics (DB ML) zu privatisieren. Bestehe die Gefahr, dass ein schlechter Preis erzielt werde, sei es denkbar "zunächst weniger als ein Viertel der Bahntochter zu verkaufen oder sich sogar nur auf einen Investor zu konzentrieren".

Auch in der Union sieht man dem Bericht zufolge in einem Verkauf eines kleineren Anteils an der Bahn eine Möglichkeit, den Börsengang trotz Finanzkrise insgesamt zu retten. "Klar ist, dass die Bahn nicht verscherbelt werden darf. Aber wenn wir mit der Veräußerung eines kleineren Anteils eher die Chance haben, dafür einen angemessenen Preis zu erzielen, spricht nichts dagegen, zunächst weniger als 24,9 Prozent zu privatisieren", sagte Unionsfraktionsvize Hans-Peter Friedrich dem Blatt.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf einen Sprecher des Bundesfinanzministeriums berichtet, wird die Bahn bei ihrem Börsengang möglicherweise auf eine Preisspanne verzichten. Verzichtet der Konzern hierauf, bleibt bis zuletzt offen, wie viel der Bund mit dem Verkauf einnimmt. 

Am Donnerstag kommen Vertreter von Banken, Bahn und Bund zusammen. Unter anderem beraten sie über die Spanne, in der sich der Aktienpreis bewegen soll. Im Lichte einer solchen Spanne könnte auch deutlich werden, ob die Privatisierung genügend Geld einspielt.

Unterdessen rechnet der CDU-Verkehrspolitiker Georg Brunnhuber, der auch im Aufsichtsrat der Bahn sitzt, trotz der Finanzmarktkrise mit großem Interesse. Er erwartet durch den am 27. Oktober geplanten Börsengang Einnahmen von rund fünf Milliarden Euro. Aufgrund der vielen Anfragen könne es am kommenden Montag sogar zu einer Überzeichnung kommen. Dies spiegle das große Interesse an der Deutschen Bahn wider. Gerade angesichts der derzeitigen Finanzkrise seien die Bahn-Aktien eine sichere Anlage.

Quelle: afp

 
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