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Mehrere hunderttausend Kunden betroffen: Banken rufen Kreditkarten zurück

VON MAXIMILIAN PLÜCK UND GEORG WINTERS - zuletzt aktualisiert: 17.11.2009 - 21:19

Düsseldorf (RP). Nach einem Datenklau bei einem spanischen Dienstleister für Kreditkarten-Zahlungen sind vermutlich hunderttausende deutsche Kunden betroffen. Missbrauch mit den Informationen sei nicht auszuschließen, heißt es.

Der weltweite Austausch von Kreditkarten nach einem Datenklau bei einem spanischen Karten-Dienstleister betrifft offenbar mehrere hunderttausend Kunden in Deutschland. Diese Zahl nannten Bankexperten unserer Redaktion. Genaue Angabe wollten der Privatbanken-Verband und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband nicht nennen. Die Volks- und Raiffeisenbanken rufen nach Informationen der Financial Times Deutschland 60.000 von 2,5 Millionen Kreditkarten zurück, die sie ausgegeben haben. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 25 Millionen Kreditkarten.

Ein Sprecher der Kartenfirma Mastercard erklärte auf Anfrage, möglicherweise seien nicht nur deutsche Kunden betroffen. Welches Ausmaß dies haben könnte, sagte er nicht. Es sei nicht auszuschließen, dass es bereits vereinzelt zu einem Kartenmissbrauch gekommen sei. Banken und Sparkassen betonen dagegen, dass sie bislang keine Informationen über Schadenfälle hätten. "Es handelt sich um einen rein vorsorglichen Kartenaustausch", betonte ein Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Volksbanken (BVR). Der Verband hat in diesem Jahr die Federführung im Zentralen Kreditausschuss, einer gemeinsamen Interessenvertretung von Banken und Sparkassen.

Zuletzt hatten die Lufthansa und mehrere Banken, die Kreditkarten fast ausschließlich von Mastercard und Visa anbieten, wegen möglichen Datenmissbrauchs zum Austausch aufgerufen. Mastercard hat die Warnmeldung Ende Oktober an die Institute herausgegeben. Von der Austauschaktion sind Karten-Inhaber betroffen, die in den vergangenen Monaten in Spanien waren oder online mit der betroffenen spanischen Abrechnungsstelle Kontakt hatten. Bei diesem Unternehmen, über dessen Namen sich Mastercard und Visa ausschweigen, haben sich offenbar Hacker Zugriff auf die Daten deutscher Kunden beschafft. Möglicherweise haben die Verbrecher die Daten allerdings nicht für Zahlungen benutzt, sondern sie an Firmen weiterverkauft, die sich damit neue Kundenkreise erschließen wollen.

Die Banken in Deutschland gehen unterschiedlich mit dem Datenproblem um. Während Sparkassen und einige Privatbanken ihre betroffenen Kunden mit Hinweis auf den Datenklau angeschrieben und den Austausch der Karten angekündigt haben, will beispielsweise die Citibank ihre Kunden erst dann informieren, wenn ein Schadenfall eintritt. Einige Volksbanken haben ihren Kunden ohne Begründung neue Karten zugeschickt. Ein Sprecher der Commerzbank sagte auf Anfrage, das Institut habe Anfang November "nur einer sehr geringen Anzahl von Kunden" eine neue Karte zugeschickt.


 
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