Nach 2010-Panne mit EC-Karten: Banken und Sparkassen wollen Kosten ersetzen
zuletzt aktualisiert: 08.01.2010 - 11:27Berlin (RPO). Banken und Sparkassen wollen ihren Kunden die durch die Probleme mit fehlerhaften EC- und Kreditkarten entstandenen Kosten erstatten. Dazu gehören zum Beispiel auch Gebühren für die Bargeldversorgung bei fremden Instituten. Wer entstandene Kosten zurückerstattet bekommen will, sollte aber Nachweise vorlegen.
Das sagte der Verbandssprecher der Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Geschäftsbanken am Freitag in Berlin. Die Sparkassen würden Karteninhabern "diejenigen Gebühren ersetzen, die durch die Bargeldbeschaffung bei Banken beziehungsweise die Nutzung alternativer Zahlungsmittel wegen der aktuellen Funktionseinschränkung bei EC- und Kreditkarten entstanden sind", erklärte Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis, der sich für die Probleme entschuldigte.
Sparkassen am stärksten betroffen
Die Sparkassen sind weitaus am stärksten von den technischen Schwierigkeiten betroffen, die zum Jahreswechsel aufgetreten sind. Rund 23,5 der 53 Millionen der von Sparkassen ausgegebenen EC- und Kreditkarten sind mit fehlerhafter Software ausgestattet.
Das Problem ist, dass Mikrochips auf rund 30 Millionen Zahlungskarten die Jahreszahl 2010 nicht richtig verarbeiten können. Deswegen hatte es vielfach Probleme beim Geldabheben an Automaten und beim Bezahlen im Handel gegeben. An den meisten Automaten bekommen die betroffene Kartenbesitzer wieder Geld, im Handel sollen bis Montag die Probleme gelöst sein. Allerdings ist beim Geldabheben und Bezahlen im Ausland auch weiterhin mit Problemen zu rechnen.
Belege für entstandene Kosten vorlegen
Auch die Volks- und Raiffeisenbanken wollen Kunden entstandene Gebühren für die Bargeldversorgung erstatten. "Wir haben den Instituten schon am Montag empfohlen, kulant zu verfahren", sagte eine Sprecherin des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR). "Wir wissen von den Instituten auch, dass sie das tun". Ein Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Banken (BDB) sagte, "es ist Konsens in der Kreditwirtschaft, dass Kunden entstandene Schäden nicht tragen sollen."
Banken- und Sparkassenverbände rieten betroffenen Kunden, Nachweise für die entstandenen Gebühren in ihre Filiale mitzubringen. Um die Gebühren ersetzt zu bekommen, sollten die Kunden "entsprechende Belege" mitbringen, sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).
Gebühren bei der Bargeldversorgung können unter anderem dann angefallen sein, wenn Verbraucher bei Problemen mit Geldautomaten ihrer Bank oder Sparkasse am Automaten eines anderen Instituten Geld abgehoben haben. Auch bei Bargeldüberweisungen ins Ausland etwa über den Finanzdienstleister Western Union können solche Kosten entstanden sein.
Hohe Nachfrage nach Reisechecks
Sparkassen-Präsident Haasis bat betroffene Kunden angesichts der Kartenprobleme um Nachsicht. "Dies tut uns leid und wir entschuldigen uns dafür", erklärte Haasis. Auch wenn ein fremdes Software-Unternehmen für die Probleme verantwortlich sei, könnten die Kunden fehlerfreie Leistungen von den Sparkassen erwarten.
Der Reisescheck-Marktführer und Kreditkarten-Anbieter American Express verzeichnet indes eine gestiegene Nachfrage nach Reiseschecks wegen der Kartenprobleme. Es gebe eine "erhöhte Nachfrage nach Travelers Cheques", sagte eine Unternehmenssprecherin der "Berliner Zeitung" (Freitagsausgabe). "Es ist möglich, dass einzelne Banken keine Schecks mehr vorrätig haben."
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