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Massenkauf von Kreditversicherungen: Banken wetten auf Griechenland-Pleite

VON DANA SCHÜLBE - zuletzt aktualisiert: 26.02.2010 - 14:57

Athen (RPO). Die Luft für das finanziell stark angeschlagene Griechenland wird immer dünner. So lehnen nicht nur die großen deutschen Banken den Kauf von griechischen Staatsanleihen ab, es wächst auch die Angst vor einer möglichen weiteren Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes. Auch wetten nach Medienberichten mehrere internationale Banken inzwischen auf den Ruin Griechenlands.

Wie die "New York Times" berichtet, decken sich die Geldhäuser massenhaft mit Kreditversicherungen ein. Diese sollen sie eigentlich gegen den Ausfall von Schulden absichern. Sollte also Griechenland seine Schulden nicht zurückzahlen können, würden die Versicherungen einspringen. "Es ist so, als würde man eine Feuerschutzversicherung für das Haus des Nachbarn kaufen - du schaffst einen Anreiz, das Haus niederzubrennen", sagte Philip Gisdakis von der Bank UniCredit dem Blatt.

Helfer als Spekulanten

Beteiligt sind an diesen Spekulationen laut der Zeitung große Institute wie Credit Suisse, UBS, Société Générale und BNP Paribas, aber auch die Deutsche Bank. Letztere dementierte dies allerdings. Das seien genau die Banken, die auch die meisten Staatsanleihen besäßen und somit eigentlich dem Haushalt Griechenlandes unter die Arme greifen, heißt es weiter.

Die Spekulationen indes machen es Griechenland schwerer, aus der Abwärtsspirale herauszukommen. Denn werden massenhaft solche Versicherungen gekauft, dann steigen deren Preise. Die Folge: Der Eindruck wird erweckt, dass Griechenland tatsächlich vor der Pleite steht oder sich die finanziellen Probleme des Landes verschlimmert hätten. Dadurch hat es die Regierung in Athen noch schwieriger, an Geld zu kommen. Die Staatsanleihen sind noch weniger gefragt.

Laut der "New York Times" gibt es nun eine rege Diskussion unter den Händlern in den Vereinigten Staaten, was wirklich hinter Griechenlands Problemen steckt: Die einen sagen, die Spekulationen haben die finanzielle Situation verschärft, andere wiederum glauben, dass allein die schlechte Finanzlage des Landes Schuld an der Misere ist.

Staatsanleihen nicht gefragt

Geht es um den Kauf von griechischen Staatsanleihen, steht Griechenland tatsächlich vor einem größeren Problem. Zumindest wollen führende deutsche Banken ihren Vorrat nicht weiter aufstocken, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters ergab. Die Geldhäuser verwiesen dabei auf die angespannte wirtschaftliche Lage des Landes oder auf ihre eigene Risikopolitik.

Sowohl Eurohypo als auch die Hypo Real Estate - sie besitzen die meisten griechischen Staatspapiere - lehnen eine Aufstockung ab, auch wenn Athen nun deutlich mehr Zinsen zahlen muss. "Wir haben diskutiert, haben uns aber entschieden, uns nicht daran zu beteiligen", sagte Eurohypo-Vorstand Ralf Woitschig.

Deutsche Banken sind nach Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit 43 Milliarden Dollar (32 Milliarden Euro) die drittgrößten Gläubiger Griechenlands. Die Hypo Real Estate ist nach eigenen Angaben mit weniger als zehn Milliarden Euro in Griechenland engagiert, die Commerzbank-Tochter Eurohypo mit 3,1 Milliarden. Griechenland bereitet seine zweite Staatsanleihe in diesem Jahr vor. Sie wird spätestens Anfang März erwartet. Die Deutsche Bank hatte die jüngste Emission von griechischen Staatsanleihen organisiert, selbst aber nie groß in Staatsanleihen jeglicher Art investiert. "Daran hat sich nichts geändert", sagte ein Sprecher. "Wir spekulieren nicht gegen Griechenland", betonte ein anderer Sprecher.

Die HRE erklärte, sie konzentriere sich in der Staatsfinanzierung auf Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien. Ein Sprecher der Postbank, die mit 1,3 Milliarden Euro in griechischen Staatspapieren engagiert ist, sagte, die Bank wolle kein weiteres Geld dort investieren. Schließlich wolle sie ihr Risiko senken. Auch aus Landesbankensektor kamen Signale, dass es momentan kein Interesse am Kauf von griechischen Staatsanleihen gebe. "Das muss man derzeit nicht machen", sagte ein Landesbanker, der nicht genannt werden wollte.

Kreditwürdigkeit erneut geprüft

Bereits am Donnerstag hatten Ratingagenturen vor einer weiteren Herabstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands gewarnt. Das würde die Refinanzierungskosten der griechischen Regierung ebenfalls erhöhen und die Probleme des Landes weiter verschärfen. Die Agentur Moody's erklärte, das weitere Rating hänge davon ab, ob das Land seinem Sparkurs folgt. Standard & Poor's hält eine Senkung um ein bis zwei Stufen im kommenden Monat für denkbar.

Quelle: Mit Agenturmaterial von RTR

 
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