Lehren aus der Finanzkrise: Banker-Boni: Was in Deutschland gilt
zuletzt aktualisiert: 27.08.2009 - 10:18Bonn (RP). Bonus-Zahlungen bei Banken sind in Deutschland bereits jetzt in Vorschriften geregelt. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin kann gegen zu hohe Boni vorgehen. Mitte August reformierte sie ihre "Mindestanforderungen an das Risikomanagement" (MaRisk), in denen auch die Vergütung geregelt ist.
Demnach sollen Finanzinstitute "schädliche Anreize" bei der Entlohnung vermeiden, die dazu führen, dass Mitarbeiter unverhältnismäßige Risiken eingehen. Kurzfristige geschäftliche Erfolge dürfen sich nun nicht mehr auf dem Bankkonto des Bankmanagers niederschlagen.
Schädliche Anreize können laut Bafin auch dann gegeben sein, wenn im Arbeitsvertrag eine Abfindung festgeschrieben ist, die sich auch bei schlechter Leistung ("negativen Erfolgsbeiträgen") des Mitarbeiters nicht ändert. Außerdem müssen Institute mit komplexen Vergütungsregeln einen eigenen Ausschuss einsetzen, der sich allein mit diesem Thema beschäftigt.
Die Finanzdienstleister müssen die Vorschriften spätestens ab Anfang 2010 einhalten. In einem Brief an die Kreditinstitute, der den neuen Vorschriften beilag, erklärt Bafin-Exekutivdirektorin Sabine Lautenschläger den Grund für die neuen Regeln. "Aggressive Vergütungssysteme haben mit zur Finanzkrise beigetragen", schreibt sie.
Mit den Vorschriften setzt die Bafin die Beschlüsse des G20-Gipfels aus London um. Auf dem kommenden Gipfel in Pittsburgh sollen die Fortschritte bei der nationalen Umsetzung kontrolliert werden.
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