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Hannover
US-Präsident besucht NRW-Mittelständler in Hannover

Obama, Merkel und die Technik
Obama, Merkel und die Technik FOTO: ap
Hannover. Das Programm von US-Präsident Barack Obama bei seinem Besuch in Hannover bestätigt, wie sehr Nordrhein-Westfalen in den Vereinigten Staaten auch als Standort innovativer Mittelständler geschätzt wird - und eben nicht nur als Standort bekannter Konzerne. Von Reinhard Kowalewsky

Dies zeigen die Termine von Obama und Kanzlerin Angela Merkel gestern auf der Hannover-Messe - und auch die unserer Redaktion vorliegende Gästeliste beim Dinner des Duos in Schloss Herrenhausen mit der deutsch-amerikanischen Wirtschaftselite. Obama warb dabei am Sonntagabend vorrangig für weitere Investitionen in den USA - ihn unterstützten als Repräsentanten der US-Wirtschaft unter anderem die Chefs von Microsoft, Boeing und des Finanzgiganten Blackrock, der über Fonds wichtigster Aktionär der meisten deutschen Konzerne ist.

Fast schon zwingend waren aus NRW der Chef von Thyssenkrupp, Heinrich Hiesinger, Bayer-Chef Marijn Dekkers und Ulrich Grillo, Leiter der Grillo-Werke in Duisburg, dabei - in seiner Funktion als Präsident des Industrieverbands BDI. Hinzu kamen, nicht sehr überraschend, Lufthansa-Chef Carsten Spohr, Siemens-Chef Joe Kaeser sowie die Leiter von Bosch (Volkmar Denner), Trumpf (Nicola Leibinger-Kammüller) und BASF (Kurt Bock). Die Chefs von Post und Telekom waren erstaunlicherweise nicht da; trotz Abgasaffäre war VW-Lenker Matthias Müller eingeladen und dabei.

Zu der Runde bei Bachforelle, Heidelamm und Schnitzel waren aus NRW aber auch Cathrina Claas-Mühlhäuser und Hans Beckhoff als Repräsentanten spezialisierter Familienkonzerne gekommen: Die 1975 geborene Claas-Mühlhäuser ist als Enkelin von Firmengründer August Claas Aufsichtsratschefin von Claas, einem der größten Landmaschinenhersteller der Welt mit 11.000 Mitarbeitern. Das Familienunternehmen aus Ostwestfalen ist dabei, einen Mähdrescher zu entwickeln, der per Mobilfunk mit anderen Maschinen kommuniziert.

Beckhoff leitet die gleichnamige Gruppe, die sich mit 3000 Mitarbeitern auf digitale Steuerungsanlagen für die Industrie spezialisiert hat. Die Firma aus Verl ist Vorreiter des "Industrial Internet", von dem der US-Präsident als Ziel spricht.

Wie der Maschinenbau digital aufrüstet, bekamen Obama und Merkel auch bei ihrem Messerundgang bei zwei weiteren Mittelständlern aus Ostwestfalen demonstriert. Der Rundgang fand statt, weil die USA offizielles Partnerland der diesjährigen Hannover-Messe sind. Am Stand von Weidmüller aus Detmold schaute sich das Duo an, wie eine Industrieanlage mit einem einheitlichen "Cockpit" gesteuert werden kann. Firmenchef Peter Köhler ließ einen Roboter zeigen, der ein Gerät zur drahtlosen Ernergieübertragung trug - der US-Präsident zeigte sich interessiert. "Wir haben Obama als lockeren und zugewandten Menschen erlebt", sagte Köhler.

Bester Stimmung war auch das Management des Familienunternehmens Harting aus Espelkamp, als Obama und Merkel vorbeischauten. Mit 4200 Mitarbeitern wird Verbindungstechnik für Industrieanlagen entwickelt und gebaut: ein moderner Mittelständler. Vier Familienmitglieder leiten das Unternehmen. Sie begrüßten den lachenden Obama gemeinsam.

Quelle: RP
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