Mega-Pleite droht: Barclays winkt bei Lehman Brothers ab
zuletzt aktualisiert: 14.09.2008 - 22:21London (RPO). Rückschlag für die New Yorker Investmentbank Lehman Brothers: Die britische Barclays Bank hat die Verhandlungen über einen Kaufangeblich abgebrochen. Jetzt droht eine der größten Pleiten der jüngeren US-Geschichte.
Wie die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag aus Kreisen der Barclays Bank erfuhr, bestand die Sorge, dass bei einem Kauf Garantien für sämtliche bestehende Handelsverträge der 158 Jahre alten Investmentbank übernommen werden müssten. Nach dem Rückzug von Barclays drohte die baldige Auflösung von Lehman Brothers. Dies hätte schwere Folgen für die internationalen Finanzmärkte.
Lehman Brothers hatte am Mittwoch im Zuge der Immobilienkrise einen Verlust von 3,9 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) im dritten Quartal bekannt gegeben. Die Aktie der Investmentbank verlor seit Wochenbeginn mehr als drei Viertel ihres Werts.
Die "New York Times" und das "Wall Street Journal" berichteten am Sonntag, Barclays habe einen Kauf ohne staatliche Unterstützung als unmöglich abgelehnt. Anders als bei den Banken JPMorgan Chase und der Geschäftsbank Bear Stearns lehnte Washington jedoch diesmal eine Rettungsaktion ab. Lehman Brothers ist deutlich größer als Bear Stearns.
Als mögliche Interessenten für Lehman Brothers waren in US-Medien unter anderem auch die Bank of America und die britische HSBC genannt worden. Barclays hatte mehrfach Interesse geäußert und galt als der wahrscheinlichste Käufer. Sollte nicht noch in letzter Minute ein Käufer gefunden werden, dürfte Lehman Brothers bereits in den kommenden Stunden zerschlagen werden. Dies wäre dann eine der größten Unternehmenspleiten in der jüngeren Geschichte der USA.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
