Übernahme: BASF bietet 37 Dollar pro Aktie
zuletzt aktualisiert: 09.01.2006 - 12:16Ludwigshafen (rpo). Die Übernahme des US-Chemieunternehmens Engelhard durch den BASF-Konzern nimmt immer schärfere Konturen an. Erstmals hat BASF ein Barangebot von 37 Dollar pro Aktie unterbreitet. Insgesamt verschlingt die Übernahme dann etwa 3,9 Milliarden Dollar. Das Umtauschangebot laufe am 6. Februar 2006 um 24 Uhr New Yorker Zeit aus, falls es nicht verlängert werde.
Nach BASF-Angaben entspricht der Preis von 37 Dollar einer Prämie von 23 Prozent auf den Jahresschlusskurs der Engelhard-Aktie für 2005. Zudem liege der Preis 30 Prozent über dem Durchschnittswert der Aktie in den letzten 90 Tagen. Das Barangebot gelte für sämtliche Aktien der Engelhard Corporation.
Ausdrücklich wies BASF darauf hin, dass das Kaufangebot nicht nur an die Bedingung geknüpft sei, dass der Konzern die Mehrheit der Engelhard-Aktien angedient bekomme. Der Engelhard-Vorstand, der von einer feindlichen Übernahme gesprochen hatte, müsse zudem seine ablehnende Haltung aufgeben. Außerdem gilt der Vorbehalt, dass die Kartellbehörden dem Kauf zustimmen.
BASF hatte in der vergangenen Woche angekündigt, den Hersteller von Auto- und Industriekatalysatoren kaufen zu wollen. Es wäre die größte Übernahme in der BASF-Geschichte. Das Engelhard-Management hatte seinen Aktionären allerdings empfohlen, zunächst nicht auf die Offerte aus Deutschland zu reagieren. Nach Ansicht von Branchenexperten spielt Engelhard-Chef Perry auf Zeit, um den Preis für die Übernahme nach oben zu treiben.
BASF-Chef Jürgen Hambrecht hatte in den vergangenen Tagen in mehreren Interviews angedeutet, dass er bei einem Einlenken von Engelhard bereit sei, das Angebot um einen Dollar zu erhöhen. Nach Informationen des "Handelsblatts" setzt BASF die Obergrenze sogar bei 40 Dollar je Engelhard-Aktie an. Das Blatt beruft sich dabei auf Unternehmenskreise. Am Freitag waren die Engelhard-Aktien mit 38,42 Dollar aus dem Handel gegangen.
Unterdessen bekommt Engelhard jetzt auch Druck von den eigenen Aktionären, auf das BASF-Angebot einzugehen. Die Anteilseignerin Hindy Silver habe Perry sowie fünf weitere Vorstände wegen deren Weigerung, sich mit der Offerte auseinander zu setzen, vor einem Gericht in New Jersey verklagt, schreibt das "Handelsblatt". Die Aktionärin wolle Engelhard gerichtlich dazu zwingen, sich mit BASF oder jedem anderen Unternehmen an den Verhandlungstisch zu setzen, dessen Angebot die Rentabilität ihrer Anlage steigere.
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