Chemiekonzerne: BASF darf Cognis unter Auflagen übernehmen
zuletzt aktualisiert: 30.11.2010 - 20:02Frankfurt (RPO). BASF kann die milliardenschwere Übernahme des Spezialchemieanbieters Cognis in den kommenden zwei Wochen abschließen. Mit der Zustimmung der EU-Kommission und chinesischer Behörden habe das Unternehmen alle erforderlichen Freigaben für die Transaktion erhalten, teilte der weltgrößte Chemiekonzern am Dienstagabend mit.
Der Abschluss der Übernahme werde in der ersten Dezemberhälfte erwartet. Auf Wunsch der EU-Kommission werde sich das Unternehmen im Gegenzug von Firmenteilen trennen, die weniger als drei Prozent des Cognis-Umsatzes ausmachten.
Wie die EU-Kommission in Brüssel erklärte, muss sich BASF vom Cognis-Geschäft mit bestimmten Chemikalien (Hydroxymonomere) für Beschichtungen und Klebstoffe trennen, um den Wettbewerb in diesem Bereich nicht zu behindern. BASF kündigte an, die entsprechenden Anlagen im englischen Hythe zu verkaufen.
BASF hatte im Juni angekündigt, Cognis aus Monheim bei Köln für rund drei Milliarden Euro von den Beteiligungsfirmen Permira, Goldman Sachs und SV Life Sciences zu übernehmen. Damit drängt BASF stärker in Richtung Spezialchemie, nachdem der Konzern bereits die Schweizer Ciba und den US-Katalysator-Herstellers Engelhard übernommen hat. Manche Geschäfte mit Massenchemikalien hat BASF dagegen zum Verkauf gestellt. Der Konzern will damit weniger abhängig von konjunkturellen Schwankungen werden. Cognis stellt Chemikalien für die Kosmetik-, Lebensmittel- und Gesundheitsbranche sowie für Farbenhersteller her.
Der Spezialchemieanbieter war mit einem Rekordgewinn in die Arme von BASF gesteuert. Das Unternehmen steigerte seinen operativen Gewinn im ersten Halbjahr um zwei Drittel auf 281 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 16 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.
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