Werksauslastung unter 75 Prozent: BASF kündigt Kurzarbeit an
zuletzt aktualisiert: 19.01.2009 - 15:57Ludwigshafen (RPO). Der Chemiekonzern BASF hat im Dezember 2008 einen deutlichen Geschäftseinbruch erlitten. Er sei stärker ausgefallen als im November erwartet und belaste das Ergebnis. Rund 1800 Beschäftigte, vorwiegend an Standorten, die für die Automobilindustrie produzieren, sollen in Kurzarbeit geschickt werden.
Auch in den kommenden Monaten rechnet der weltgrößte Chemiekonzern nach eigenen Angaben nicht mit einer konjunkturellen Besserung. An den sechs Verbundstandorten der BASF weltweit habe das Unternehmen daher seit Mitte November die Auslastung der chemischen Großanlagen reduziert.
Um die Auswirkungen der Produktionskürzungen aufzufangen, wird jetzt Kurzarbeit eingeführt. Im Februar sollen am Standort in Münster rund 1500 Mitarbeiter und in Schwarzheide 180 Mitarbeiter mit Kurzarbeit beginnen. Etwa 150 Beschäftigte an zwei kleineren Standorten in Italien haben den Angaben zufolge bereits die Arbeitszeit reduziert. Auch für weitere Standorte schließe BASF Kurzarbeit nicht aus, kündigte der Chemiekonzern an.
Die Nachfrage nach chemischen Produkten habe sich in allen Regionen auch in der ersten Januarhälfte nicht belebt, hieß es. Eine Trendwende zum Positiven sei zurzeit nicht zu erkennen, erklärte Vorstandsvorsitzender Jürgen Hambrecht. Die Lage sei weiterhin angespannt und schwer einzuschätzen. Durchschnittlich seien derzeit weniger als 75 Prozent der Produktionskapazität ausgelastet. Lediglich die Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln und Produkten für die Nahrungsmittelindustrie sei weiterhin hoch.
80 Anlagen schließen vorübergehend
BASF hatte bereits im November beschlossen, weltweit 80 Anlagen vorübergehend zu schließen und weitere 100 Produktionsanlagen zu drosseln. Um die Auswirkungen der Produktionskürzungen aufzufangen, reichten flexible Arbeitszeitinstrumente nicht überall aus, erklärte BASF nun.
Das Unternehmen hat zudem die Schließung von Anlagen in Nordamerika und Asien angekündigt, etwa die eines Standorts in New Jersey/USA und einer Anlage zur Herstellung von Kunststoffvorprodukten in Korea. Dies wird zum Verlust von rund 200 Arbeitsplätzen führen. Abhängig von der konjunkturellen Entwicklung könne auch ein weiterer Arbeitsplatzabbau notwendig werden, erklärte BASF.
Mit der Kurzarbeit folgt der Chemieriese dem Beispiel von Unternehmen der Auto- und Autozulieferindustrie. Daimler lässt seit einer Woche erstmals seit 15 Jahren in mehreren Werken kurzarbeiten. Insgesamt sind für etwa 39.000 Beschäftigte zeitweise niedrigere Arbeitszeiten und damit auch Verdienste vorgesehen. Auch beim Zulieferer Continental und der Stahlsparte von ThyssenKrupp wird teilweise weniger gearbeitet.
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