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Ludwigshafener sichern sich 90 Prozent der Aktien: BASF übernimmt Katalysatorenbauer Engelhard

zuletzt aktualisiert: 06.06.2006 - 13:33

Ludwigshafen (rpo). Nach monatelangem Tauziehen ist die Übernahme des US-Katalysatorenbauers Engelhard durch den weltgrößten Chemiekonzern BASF perfekt: Die Ludwigshafener sicherten sich knapp 90 Prozent der Engelhard-Anteile, wie BASF am Dienstag erklärte.

Die verbliebenen Anteilseigner sollen nun weitere zwei Tage Zeit bekommen, das Angebot von 39 Dollar (rund 30,4 Euro) je Aktie anzunehmen. Ursprünglich war die Frist am Montag um Mitternacht New Yorker Zeit ausgelaufen. BASF will mit dem gut fünf Milliarden Dollar (fast 3,9 Milliarden Euro) teuren Kauf zu einem der weltweit führenden Hersteller von Autokatalysatoren aufsteigen.

"Das ist ein besonderer Tag für BASF und für Engelhard", erklärte BASF-Chef Jürgen Hambrecht. Das Unternehmen rechne damit, dass auch die übrigen Aktionäre ihre Anteile in Kürze an die Deutschen verkauften. Nun könne mit der Integration des US-Unternehmens begonnen werden, erklärte Hambrecht.

Dem Kauf war ein monatelanger Poker vorausgegangen. Engelhard hatte sich zunächst erbittert gegen die Übernahme gewehrt. Als Grund führte das Management an, der zunächst von BASF gebotene Preis sei zu niedrig. Während das ursprüngliche Barangebot von BASF über 37 Dollar pro Aktie bereits über den Schätzungen von Analysten lag, sah der Katalysatorenhersteller seinen Marktwert wegen der zunehmend strikten Umweltauflagen in den USA, Europa und Asien deutlich höher.

Daraufhin hatte BASF sein Angebot mehrfach angehoben, worauf die Aktionäre spekuliert hatten. Das jüngste Angebot von 39 Dollar pro Engelhard-Aktie hatte Hambrecht jedoch als letztes Wort bezeichnet und mit einem Rückzug gedroht, sollten die Anteilseigner ihm erneut die kalte Schulter zeigen. Daraufhin entschieden sich die meisten für einen Verkauf an die Ludwigshafener.

Die verbliebenen Engelhard-Aktionäre haben nun bis zum Donnerstag, 24.00 Uhr New Yorker Ortszeit Gelegenheit, ihre Anteilsscheine an BASF zu verkaufen. Von Seiten der Wettbewerbshüter steht der milliardenschweren Übernahme ohnehin nichts mehr entgegen: Nach den US-Behörden hatte Ende Februar auch die EU-Kommission grünes Licht gegeben.

An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Die BASF-Aktie stieg kurz nach der Bekanntgabe in einem schwachen Börsenumfeld um bis zu 0,7 Prozent auf 63,15 Euro.

Quelle: afp2

 
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