Übernahme: BASF will keine Querelen
zuletzt aktualisiert: 05.01.2006 - 11:52Hamburg (rpo). Bei der geplanten Übernahme des US-Konzerns Engelhard Corporation wünscht der deutsche Chemiekonzern einen freundlichen Ablauf. "Wir haben ein klares Interesse, an den Verhandlungstisch zu kommen und die Transaktion gemeinsam zu gestalten", sagte BASF-Chef Jürgen Hambrecht der "Financial Times Deutschland". Hambrecht weiter: "Unsere klare Präferenz ist eine verhandelte Transaktion."
"Natürlich ist das am Ende auch immer eine Frage des Preises", erklärte Hambrecht weiter. Die Ludwigshafener haben 4,9 Milliarden Dollar (4,1 Milliarden Euro) geboten. Es wäre die bislang größte feindliche Übernahme eines deutschen Konzerns in den USA und der größte Zukauf der BASF-Firmengeschichte.
Das Angebot von 37 Dollar pro Aktie an die Engelhard-Aktionäre liegt teilweise deutlich über der Bewertung von Analysten. Die Aktie des Spezialchemieherstellers aus dem US-Bundesstaat New Jersey bewegte sich vor der Offerte zwischen 28 und 30 Dollar. BASF will die Übernahme in bar bezahlen. Der Konzern verfügt seit dem Verkauf der Pharmasparte über prall gefüllte Kassen, auch wenn der Chemiekonzern Milliarden für Pensionsverpflichtungen zurückgestellt hat.
Gelingt die Übernahme, würde BASF zur weltweiten Nummer eins bei Autokatalysatoren. Dafür wären die Ludwigshafener sogar bereit, das Angebot um einen Dollar pro Aktie zu erhöhen, allerdings nur für den Fall, "dass uns gezeigt wird, wo der Zusatzwert liegt", sagte Hambrecht der "Süddeutschen Zeitung". Der Konzernchef betonte aber, er werde keine "Mondpreise" zahlen.
Die Gefahr besteht grundsätzlich, wenn es zu einem Bietergefecht um Engelhard kommt. Hambrecht rechnet jedoch nicht damit. "Uns ist kein weiteres Angebot bekannt. Ich denke auch nicht, dass es viele Interessenten geben kann", zitierte ihn die "SZ".
Der Verwaltungsrat des US-Spezialchemiekonzerns will sich nun sehr bald zu dem feindlichen Angebot der Deutschen äußern. Die Vorgespräche Hambrechts mit dem Management von Engelhard hatten zu keiner gemeinsamen Linie geführt. Das US-Unternehmen hatte seine Aktionäre zunächst aufgefordert, abzuwarten.
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