Milliardenschweres Angebot: BASF will US-Unternehmen Engelhard schlucken
zuletzt aktualisiert: 04.01.2006 - 07:42Ludwigshafen (rpo). Der deutsche Chemieriese BASF plant eine milliardenschwere Übernahme in den USA. Die Ludwigshafener wollen sich direkt mit einem Angebot an die Aktionäre des US-Konzerns Engelhard wenden, nachdem die amerikanische Führungsspitze eine einvernehmliche Lösung abgelehnt hat. BASF will 37 Dollar pro Aktie bieten, was einem Gesamtvolumen von 4,9 Milliarden Dollar entspricht.
Zugleich hofft BASF weiterhin auf eine Einigung mit dem Anbieter von Materialien für Katalyse und Oberflächenveredelung.
"Wir sind überzeugt, dass unser Barangebot eine überzeugende Gelegenheit darstellt, erheblichen Wert für die Aktionäre von Engelhard zu schaffen", erklärte BASF-Chef Jürgen Hambrecht. "Wir hoffen, dass das Board und das Management von Engelhard diese Gelegenheit sowie die Vorteile für die Mitarbeiter von Engelhard erkennen." Nach Angaben von BASF-Finanzchef Kurt Bock könnte das Engelhard-Management die Übernahme allerdings blockieren. Nähere Angaben machte er bei einer Telefonkonferenz nicht.
BASF habe sich bemüht, mit dem Board of Directors und dem Management von Engelhard eine einvernehmliche Transaktion zu vereinbaren, erklärte der Chemiekonzern weiter. Ein BASF-Team sei bereit gewesen, sich mit dem Management zu treffen, um zusätzlichen Unternehmenswert zu identifizieren. Dies hätte es BASF ermöglicht, das ursprüngliche Kaufpreisangebot um 1,00 Dollar je Aktie zu erhöhen. Diese Bemühungen seien jedoch zurückgewiesen worden, erklärte der Chemiekonzern.
Aus diesem Grund wendet sich BASF jetzt direkt an die Aktionäre von Engelhard. Es bleibe aber das vorrangige Interesse von BASF, "mit Ihnen zusammen zu einer Vereinbarung über die Transaktion zu kommen", hieß es in einem BASF-Schreiben an das Board of Directors von Engelhard. "Wir hoffen, dass Sie sich dafür entscheiden werden, mit uns über unseren Vorschlag in einen konstruktiven Dialog einzutreten", hieß es weiter in dem Schreiben.
Weltweit führender Anbieter auf Katalysatormarkt
Durch eine Übernahme würde BASF nach eigenen Angaben zu einem weltweit führenden Anbieter im dynamisch wachsenden Katalysatormarkt. Der von BASF geplante Preis entspricht einer Prämie von 23 Prozent auf den Schlusskurs der Aktie von Engelhard vom 20. Dezember von 30,05 Dollar sowie einer Prämie von 30 Prozent gegenüber dem Durchschnittskurs der letzten 90 Tage. Allerdings ist der Vollzug des Angebots laut BASF unter anderem davon abhängig, dass das Board of Directors dafür sorgt, dass die in der Satzung vorgesehenen Abwehrmaßnahmen von Übernahmeangeboten nicht zur Anwendung kommen.
Engelhard mit Sitz in Iselin, New Jersey hatte im Geschäftsjahr 2004 einen Nettogewinn von 235,5 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 4,2 Milliarden Dollar erwirtschaftet.
Analysten reagierten überrascht auf die Ankündigung von BASF. Bis jetzt habe das Unternehmen aber mit Übernahmen den Wert für Investoren stets gesteigert, erklärte Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland-Pfalz. An der Börse gehörte die BASF-Aktie mit einem Minus von 1,4 Prozent allerdings zu den Verlierern im DAX.
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