Datteln: Bau des Steinkohlekraftwerks wird fortgesetzt
zuletzt aktualisiert: 12.09.2009 - 08:03Datteln/Münster (RPO). Die Arbeiten an dem umstrittenen Eon-Steinkohlekraftwerk in Datteln (Kreis Recklinghausen) gehen ungeachtet des drohenden Baustopps zunächst weiter.
Derzeit könnten die Arbeiten an der Baustelle fortgesetzt werden, obwohl die Bezirksregierung Münster am Donnerstag entschieden habe, keine weiteren Teilgenehmigungen für das Projekt zu gewähren, sagte eine Sprecherin der Eon-Kraftwerke GmbH der Nachrichtenagentur ddp. Wie lange die Arbeiten allerdings noch möglich sind, ist derzeit unklar. Rund 2000 Menschen sind nach Angaben des Konzerns an der Baustelle im Einsatz.
Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hatte am 3. September den Bebauungsplan für das EoN-Projekt aufgehoben. Als Grund hatte das OVG unter anderem angeführt, dass die Stadt Vorgaben zum Naturschutz und zum Schutz der Bevölkerung nicht ausreichend beachtet habe. Damit wurde der Klage eines Landwirts aus Waltrop stattgegeben. Aufgrund des OVG-Urteils hatten der Landwirt und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Anträge auf einen sofortigen Baustopp des Vorhabens bei der Bezirksregierung Münster gestellt.
Die Bezirksregierung beschloss daraufhin, zunächst keine weiteren Teilgenehmigungen für das Projekt zu erteilen. Ein sofortiger Baustopp wurde noch nicht verhängt, da die Begründung zu einem Urteil des OVG Münster in der Sache noch ausstehe, hieß es.
Ob EoN gegen die Entscheidung des OVG vorgeht, ist derzeit noch unklar, sagte die Sprecherin. Das OVG hatte eine Revision zwar nicht zugelassen, dagegen kann allerdings Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht werden.
Das Kraftwerk in Datteln befindet sich derzeit im Bau. Nach seiner Fertigstellung soll es mit einer Leistung von rund 1050 Megawatt eines der größten Steinkohlekraftwerke Europas werden. Die Gesamtinvestition beträgt rund 1,2 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 sollte das Kraftwerk in Betrieb gehen. Falls die Genehmigung für das Kraftwerk aufgehoben wird, muss Eon die Anlage zurückzubauen und den ursprünglichen Zustand wiederherstellen.
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