Leverkusener Konzern: Bayer AG gegen Kölner Bettensteuer
zuletzt aktualisiert: 14.10.2010 - 21:53Leverkusen/Köln (RP). Der Streit um die Kölner Bettensteuer zieht immer weitere Kreise: Der Leverkusener Bayer-Konzern hat jetzt seinen Mitarbeitern empfohlen, künftig nicht mehr in Hotels in der Domstadt zu übernachten. Das Reisemanagement des Unternehmens hat darauf in einem Schreiben hingewiesen. Die Mitarbeiter könnten nach Leverkusen und Düsseldorf ausweichen.
Seit dem 1. Oktober erhebt Köln die Bettensteuer und schlägt fünf Prozent auf Hotelübernachtungen auf. Diese Preissteigerung will Bayer nun bei Buchungen berücksichtigen. „Es ist eine Empfehlung unseres Reisebüros, nach den günstigsten Hotels zu schauen“, sagte gestern Bayer-Sprecher Hans-Bernd Schmitz. Von einem Boykottaufruf der Domstadt könne aber nicht die Rede sein. Auch der Spezialchemiekonzern Lanxess in Leverkusen will im Einzelfall prüfen, ob man auf andere Städte ausweicht, wie ein Sprecher gestern sagte.
Für den Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sind Bettensteuer und Bayer-Empfehlung „eine Katastrophe für die Kölner Hotellerie“, sagte Bundesverbandssprecherin Stefanie Heckel. Der Verband will gegen die Bettensteuer klagen und notfalls bis vors Bundesverfassungsgericht ziehen. Selbst das Land NRW hat rechtliche Bedenken gegen die Steuer, wie aus einem Brief an die Stadt Köln hervorgeht. Die Industrie- und Handelskammer zu Köln schließt jedoch trotzdem nicht aus, dass andere Städte mit der Bettensteuer nachziehen.
Das nordrhein-westfälische Gastgewerbe, zu dem neben der Hotellerie auch die Gastronomie gehört, hat im August Umsatzrückgange verzeichnet, wie gestern das Statistische Landesamt in Düsseldorf mitteilte. Demnach machte das Gewerbe real 7,3 Prozent weniger Umsatz als im August 2009.
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