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Kauf des US-Saatgutanbieters
Bayer-Betriebsrat unterstützt Monsanto-Deal

Bayer-Betriebsrat unterstützt Monsanto-Deal
Das Bayer-Logo in Leverkusen (Archivbild). FOTO: Bayer
Leverkusen. Der Konzernbetriebsratschef Oliver Zühlke begrüßt, dass Bayer nun voraussichtlich den US-Saatgutanbieter Monsanto kaufen darf. Dafür will der Konzern rund 51 Milliarden Euro ausgeben. Von Reinhard Kowalewsky

Seine Unterstützung für den Deal erklärte Zühlke am Donnerstag gegenüber unserer Redaktion, nachdem die Europäische Kommission am Mittwoch die Freigabe des Geschäftes unter Auflagen angekündigt hatte. "Der Kauf von Monsanto sichert grundsätzlich die Zukunftsfähigkeit von Bayer im wichtigen Bereich Pflanzenschutz und Saatgut", sagte er.

Insgesamt will Bayer rund 51 Millliarden Euro ausgeben, es wäre die größte Übernahme der Firmengeschichte, kein Unternehmen in Deutschland gab bisher mehr Geld für einen Zukauf im Ausland aus.

Zühlke ist auch stellvertretender Chef des Aufsichtsrates. Positiv an den Zusagen gegenüber der EU-Kommission sei insbesondere, dass das Leverkusener Unternehmen die IT-Plattform zur Steuerung der digitalen Landwirtschaft nicht aufgegeben habe. Stattdessen hat man die EU damit zufriedengestellt, dass der Wettbewerber BASF einen Zugang zur Plattform erhält. "Wir dürfen unsere Chancen beim Zukunftsthema Digital Farming nicht aus den Augen verlieren. Es ist ein wichtiger Trend, dass Landwirte mit digitaler Unterstützung ihre Felder kontrollieren und auch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln steuern."

Kündigungsschutz bis Ende 2020 gesichert

Derzeit arbeitet Bayer in Münster und in Langenfeld an Programmen zur Unterstützung von Bauern - per App lässt sich das Risiko von Schädlingsbefall erkennen.

Der 49-Jährige befürwortet, dass die abzugebenden Geschäfte bei BASF landen sollen. "Bei BASF haben wir vergleichbar hohe Sozialstandards wie bei Bayer - die Betriebsräte haben über die Gewerkschaft IG BCE einen guten Draht." Es sei vereinbart worden, dass wechselnde Mitarbeiter drei Jahre lang ihre Arbeitsbedingungen behalten.

Zühlke erinnerte daran, dass Betriebsräte und Vorstand schon im Februar 2016 wichtige Vereinbarungen zur Übernahme von Monsanto abschlossen, bevor der Aufsichtsrat den Deal einstimmig unterstützte. Danach ist Kündigungsschutz bis Ende 2020 gesichert, zur Finanzierung der Übernahme darf es keinen Stellenabbau geben, Monheim bleibt Zentrale der Division Crop-Science. "Das sind Bedingungen, mit denen wir als Arbeitnehmervertreter gut leben können."

 
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