Wegen HGAA-Desaster: BayernLB weitet Schadenersatzprüfungen aus
zuletzt aktualisiert: 24.01.2010 - 14:17München (RPO). Wegen des Kaufs der maroden Hypo Group Alpe Adria (HGAA) hat die Bayerische Landesbank (BayernLB) ihre Schadenersatzprüfungen ausgeweitet. Laut einem Zeitungsbericht richte sich das "gegen alle", bei denen womöglich Geld zu holen sei.
Genannt werde in Regierungskreisen vor allem die vom Vermögensverwalter Tilo Berlin betreute Investorengruppe, die im Jahr 2007 an der Übernahme der HGAA durch die BayernLB laut Schätzungen zwischen 130 und 170 Millionen Euro verdient habe, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Kreise der bayerischen Staatsregierung.
Man wolle wissen, bei wem die Gewinne am Ende gelandet seien und ob dieses Geschäft auf "Insiderwissen" über den damals bevorstehenden Einstieg der Landesbank bei der österreichischen Finanzgruppe beruht habe. "Wenn wir Insidergeschäfte nachweisen können, dann können wir die Gewinne abschöpfen", heiße es in Regierungskreisen.
Ferner solle untersucht werden, ob Schadenersatz vom Land Kärnten verlangt werden könne. Das österreichische Bundesland war Haupteigner der HGAA. Geklärt werden soll dem Bericht zufolge, ob Kärnten alle wesentlichen Informationen über die Hypo Alpe Adria vorgelegt hatte.
Bislang hatte Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU), der Vorsitzender des BayernLB-Verwaltungsrats ist, untersuchen lassen, ob die damaligen Vorstandsmitglieder und Verwaltungsräte der BayernLB für die Milliardenverluste haftbar gemacht werden können. Ein Ergebnis dieser Prüfung liegt dem Blatt zufolge noch nicht vor.
Durch den Kauf der HGAA erlitt der Freistaat einen Verlust von mindestens 3,75 Milliarden Euro.
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