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Weitere Übernahmen denkbar: Bayers Appetit geweckt

zuletzt aktualisiert: 26.03.2006 - 10:13

Berlin (rpo). Trotz der milliardenschweren Übernahme der Berliner Schering AG scheint Pharma-Riese Bayer mit weiteren Zukäufen zu liebäugeln. Bayer-Vorstandschef Werner Wenning schloss weitere Zukäufe nicht aus. Über den erwarteten Abbau von 6.000 Arbeitsplätzen soll in den nächsten Tagen ein Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela merkel stattfinden.

"Wir haben keine Überlegungen, ein anderes großes Unternehmen zu kaufen", sagte Wenning der "Welt am Sonntag". Den Erwerb von Produktbereichen schließe man jedoch nicht aus.

Bei seiner Wachstumsstrategie für die Pharmasparte will Bayer nicht in die Liga der internationalen Pharmakonzerne aufsteigen. "Wir haben uns für eine andere Strategie entschieden", betonte der Bayer-Chef. Beim Geschäft mit Spezialmedikamenten und mit Fachärzten stünden "Aufwand und Ertrag in einem günstigeren Verhältnis". Auch mit dem Ausbau einer internationalen Spitzenstellung in diesem Bereich werde der Pharmastandort Deutschland gestärkt.

Den erwarteten Abbau von 6000 Arbeitsplätzen weltweit will Bayer "fair und sozialverträglich" gestalten. Bei der Fusion dürfe es "keinen Gewinner und keinen Verlierer" geben, sagte Wenning. Wie der Bayer-Chef ankündigte, will er "in den nächsten Tagen" mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über den Arbeitsplatzabbau sprechen. Er verstehe Merkels Sorgen, sagte Wenning der "Bild am Sonntag". Bei dem Treffen wolle er Merkel seine Strategie und sein Vorgehen erläutern.

Wie der Vorstandschef der Zeitung weiter sagte, erwartet er von der Fusion seines Unternehmens mit Schering einen "Innovationsschub". "Wir haben mehr Kraft, um neue Medikamente zu entwickeln und sie schneller auf den Markt zu bringen", sagte er. Als Beispiele nannte Wenning die Krebsmedizin und die Risikosenkung im Herz-Kreislauf-Bereich.

In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" widersprach Wenning der Darstellung, durch die Übernahme werde insgesamt weniger in die Forschung investiert. "Das ist nicht richtig", sagte er Bayer-Vorstandsvorsitzende. In absoluten Zahlen stiegen die Forschungsausgaben in Zukunft. Im Moment gäben Schering und Bayer zusammen 1,5 Milliarden Euro pro Jahr für die Erforschung neuer Medikamente aus.

Quelle: afp2

 
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