Korruptionsskandal: Behindern Siemens-Manager Aufklärung?
zuletzt aktualisiert: 26.07.2007 - 19:08München (RPO). Führungskräfte des Münchener Technologiekonzerns Siemens blockieren laut einem Zeitungsbericht die Aufklärung des Skandals um schwarze Kassen und weltweite Schmiergeldzahlungen.
Das hätten die vom Konzern eingeschalteten Ermittler der amerikanischen Kanzlei Debevoise & Plimpton dem Aufsichtsrat bei dessen Treffen in dieser Woche in München berichtet, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Informationen aus dem Kontrollgremium.
Den Angaben zufolge trugen die US-Juristen im Siemens-Aufsichtsrat vor, dass Manager aus zahlreichen Landesgesellschaften des DAX-Konzerns die internen Untersuchungen boykottieren. Das geschehe in Österreich, Griechenland und Belgien sowie in zahlreichen Siemens-Gesellschaften in Afrika und Asien. Die Führungskräfte dort erklärten, sie hätten keine Zeit für die von Debevoise geplanten Befragungen.
Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme sagte laut Sitzungsteilnehmern, er werde das nicht hinnehmen, sondern durchgreifen, berichtet das Blatt weiter. Im Kontrollgremium wächst dem Vernehmen nach die Furcht vor "dramatischen Geldbußen" der US-Börsenaufsicht SEC, falls man bei der Aufklärung des Skandals nicht vorankomme. Im schlimmsten Fall könne Siemens von staatlichen Aufträgen in den USA ausgeschlossen werden.
Debevoise sei offenbar nun auch in der Kraftwerkssparte auf schwarze Kassen gestoßen, durch die mehr als 100 Millionen Euro geschleust worden seien. Siemens plant der Zeitung zufolge eine Hotline für anonyme Hinweise auf Gesetzesverstöße.
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