Gesundheitsministerium warnt vor Giftbelastung: Behörden nehmen türkische Birnen aus dem Handel
zuletzt aktualisiert: 19.10.2009 - 10:30Stuttgart (RPO). Das baden-württembergische Verbraucherministerium warnt vor dem Verzehr türkischer Birnen. Das Obst enthalte eine hohe Konzentration an Giftstoffen. Die Birnen seien unverzüglich aus dem Handel genommen und vernichtet worden.
Die Lebensmittelüberwachung im Südwesten habe in dem Obst das in der EU verbotene Pflanzenschutzmittel Amitraz "in gefährlichen Konzentrationen" entdeckt, teilte das Ministerium am Montag in Stuttgart mit. Die sogenannte akute Referenzdosis sei teilweise so erheblich überschritten gewesen, "dass zumindest bei Kleinkindern eine mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung bei hohem Konsum nicht mehr ausgeschlossen werden kann", hieß es weiter. Es könne in Einzelfällen zu Schläfrigkeit, Desorientiertheit, Sprachstörungen und Erniedrigung von Pulsfrequenz und Blutdruck kommen.
Nachdem bereits im vergangenen Jahr Auffälligkeiten aufgetreten waren, untersuchten die Behörden den Angaben zufolge in einer gezielten Aktion erneut Birnen auf den Wirkstoff Amitraz. Acht überprüfte Sorten stammten aus der Türkei. Sie waren alle "mit Rückständen ganz erheblich über dem Grenzwert belastet". Bei Untersuchungen von 37 weiteren Proben aus anderen Ländern wie Deutschland, Südamerika, Südafrika, Italien und Spanien stellten die Behörden keine Höchstmengenüberschreitungen und keine Amitraz-Rückstände fest.
Das Insektizid Amitraz ist in Deutschland seit einigen Jahren, in der EU seit Anfang 2008 nicht mehr zugelassen. Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) forderte "EU-weite Einfuhrbeschränkungen für Birnen aus der Türkei". Von den Behörden werden Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Die Befunde werden auch an das europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel (RASFF) gemeldet.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
