Ermittlungen gegen mutmaßliche Steuersünder: Behörden zahlten angeblich Millionen für geheime Liste
zuletzt aktualisiert: 16.02.2008 - 10:54Hamburg (RPO). Es dürfte ein Geschäft sein, dass sich für den Fiskus unterm Strich rechnet. Angeblich haben die Behörden fünf Millionen Euro für die Liste mit den mutmaßlichen Steuersündern gezahlt. Das Geld soll an einen geheimen Informanten des BND gegangen sein.
Die Ermittlungsbehörden haben nach Informationen des "Spiegel" rund fünf Millionen Euro für die Liechtensteiner Bankdaten gezahlt, die zu einer der größten Steuerermittlungen in der Geschichte der Bundesrepublik geführt haben. Das Geld aus dem Haushaltstopf des Bundesnachrichtendienstes (BND) sei an einen geheimen Informanten des BND gegangen, der sich Anfang 2006 bei dem deutschen Auslandsgeheimdienst gemeldet habe, berichtete das Nachrichtenmagazin am Samstag vorab. In der Folge habe es im Jahr 2006 mehrere Treffen gegeben, an denen auch die nordrhein-westfälischen Steuerfahnder teilgenommen hätten.
Dem Bericht zufolge übergab der Informant zunächst mehrere Stichproben, mit denen die Ermittler die Qualität des Materials begutachten konnten. Anschließend deponierten die Steuerfahnder demnach das Millionenhonorar auf einem Notarkonto. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sei persönlich in die Transaktion eingeweiht gewesen, berichtete der "Spiegel" weiter.
In dem Datenkonvolut solle es neben Informationen über mutmaßliche Steuersünder aus Deutschland auch Materialien mit politischer Brisanz geben, darunter offenbar Dienstanweisungen des Liechtensteiner Fürstentums zur Verschleierung von Finanzströmen.
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