kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Bayer Kreuz Panorama, AP 2009-1027
  Foto: AP, AP
Kommentare ()

Bayers Stellenabbau geht langsam voran: Bei HealthCare sollen 700 Jobs wegfallen

VON ANTJE HÖNING - zuletzt aktualisiert: 06.01.2012 - 07:50

Leverkusen (RP). Im Jahr 2010 hatte Bayer-Chef Marijn Dekkers die Streichung von 1700 Stellen in Deutschland angekündigt. Da Kündigungen ausgeschlossen sind, braucht er die Gewerkschaften. Widerstand regt sich bei der Pharma-Tochter HealthCare: Dort sollen trotz guter Aufträge 700 Stellen wegfallen.

Bei Bayers Pharma-Tochter HealthCare sollen trotz guter Aufträge 700 Stellen wegfallen. Foto: AP, AP
Bei Bayers Pharma-Tochter HealthCare sollen trotz guter Aufträge 700 Stellen wegfallen. Foto: AP, AP

Marijn Dekkers war erst wenige Monate Chef des Bayer-Konzerns, da schockte er im November 2010 die Belegschaft mit der Ankündigung, weltweit 4500 Stellen abbauen zu wollen, davon 1700 in Deutschland. Seit 14 Monaten nun verhandelt der Konzern mit den Arbeitnehmervertretern darüber, an welchem Standort welcher Arbeitsplatz verschwindet. Und diese Verhandlungen sind zäher, als der Niederländer mit amerikanischem Pass das von früheren Unternehmen in den USA kannte. Widerstand regt sich vor allem bei der Pharma-Sparte Bayer Health Care, heißt es in Konzernkreisen. „Die Gespräche sind sehr schwierig.“

Health Care soll in Deutschland 700 Stellen streichen. Aber wer in Leverkusen, Wuppertal, Berlin oder Bergkamen gehen muss, ist weitgehend offen. „Die Auftragslage ist gut, es stehen Einführungen von wichtigen Medikamenten an. Wie kann man da Stellen streichen?“, heißt es in Gewerkschaftskreisen.

Auf die Gewerkschaft aber ist Dekkers angewiesen - eine Abhängigkeit, die er als Chef von US-Firmen nicht kannte. Dort ging er forsch ans Werk. Vier Jahre nach seinem Antritt beim Laborausrüster Thermo etwa war die Hälfte der Führungskräfte nicht mehr auf ihrem Posten. Ganz anders bei Bayer: Der Betriebsrat setzte im Dezember durch, dass für die 24 500 Beschäftigten in Deutschland bis Ende 2015 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind. „Wir sind sehr froh, dass wir den Mitarbeitern vier weitere Jahre Beschäftigungssicherheit geben können“, betonte Konzernbetriebsrats-Chef Thomas de Win gestern. Das heißt, wenn Bayer Stellen streichen will, müssen die Arbeitnehmer freiwillig gehen oder sich in wachsende Bereiche versetzen lassen.

So wie derzeit bei der Patentabteilung. Bayer schließt zwar seine Patent-Büros in Leverkusen, Berlin und Frankfurt und schickt eine neue Tochter „Bayer Intellectual Properties“ an den Start. Doch Stellen fallen kaum weg. Viele Mitarbeiter werden versetzt: von Leverkusen nach Monheim, von Berlin nach Schönefeld, von Frankfurt nach Eschborn.

Die Kunststoff-Tochter Bayer Material Science, die in Krefeld und Dormagen sitzt, hat Bayer ohnehin vom Abbau ausgenommen.

Der Leverkusener Konzern ist gleichwohl zuversichtlich, den Stellenabbau wie geplant bis Ende dieses Jahres umzusetzen. „Wir sind im Plan. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmer-Vertretern laufen“, sagte der Konzern-Sprecher. Derzeit sei von den 1700 infrage stehenden Arbeitsplätzen bereits gut die Hälfte abgebaut beziehungsweise seien Aufhebungsverträge unterzeichnet worden, die im Lauf des Jahres wirksam würden. Beispiele:

Bei der Pflanzenschutz-Sparte Bayer CropScience werden an den Standorten Monheim und Frankfurt 300 Stellen gestrichen, 230 davon sind bereits klar.

In der Konzern-Verwaltung und bei den Service-Gesellschaften sollen 700 Jobs wegfallen. Davon stehen bereits einige fest: Zum Ende des vergangenen Jahres ist die werkseigenen Druckerei Dynevo geschlossen worden. Hier sind 150 Arbeitsplätze verschwunden.

Nun wird die Rechnungslegung umgebaut, die bislang zu 70 Prozent von der Tochter Euro Services erledigt wurde. In Deutschland fallen dadurch 300 Arbeitsplätze weg beziehungsweise werden verschoben, wie ein Sprecher sagte. Vor allem wird die Niederlassung Leverkusen kräftig gestutzt. Die Jahresabschlüsse für die vielen Bayer-Beteiligungen sollen nun in Barcelona und neuen Filialen in Osteuropa, Manila, China und Lateinamerika gefertigt werden. Dort sind die Löhne deutlich niedriger. In Leverkusen wird nur noch überwacht und die Bilanz für den Konzern erstellt.

Quelle: RP/jre


Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Mikrokredite – die Alternative zu Bankdarlehen

Startkapital für Kleinstunternehmer

Mikrokredite – die Alternative zu Bankdarlehen

Mikrokredite, ein erfolgreiches Finanzierungssystem aus Ländern der Dritten Welt, sollen auch in Deutschland Abhilfe schaffen. Die ersten Er ... mehr 

Berufungsprozess gegen Skandalbanker Kerviel

Skandalbanker

Berufungsprozess gegen Kerviel

Vor einem Pariser Berufungsgericht hat am Montag der Berufungsprozess gegen den Skandalbanker Jérôme Kerviel begonnen. mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Startkapital für Kleinstunternehmer

Mikrokredite – die Alternative zu Bankdarlehen

Erstmals seit Anfang Januar

Dax stürzt unter 6000 Punkte

Gründer verweigerte Hilfen

Vorwürfe gegen Familie Schlecker

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Mehr als 140 Tote bei Fluzeugabsturz in Nigeria

Bei einem Flugzeugabsturz am Sonntagabend in Nigeria sind vermutlich alle 147 Passagiere ums Leben gekommen. Auch am Boden gab es Opfer. mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten
Joschka-Fischer-eine-Karriere-in-Bildern_1_16693.jpg

Dramatischer Appell von Joschka Fischer

"Europa steht heute am Abgrund"

Mit einem dramatischen Appell hat der frühere Außenminister Joschka Fischer (Grüne) die EU-Führungsmächte Deutschland und Frankreich zu einem radikalen Kurswechsel in der Europapolitik ermahnt. Europa stehe am Abgrund. mehr

 
Pressestimmen Europa Deutschland

Nach der Wahl von Kipping und Riexinger

Linke Angst vor der Bedeutungslosigkeit

Die Wahl des Führungsduos zerrt in der Linken an den Nerven. Umso mehr mahnen führende Politiker, wieder zur Sacharbeit zurückzukehren. Von Dana Schülbe  mehr

 

Angebliche Propaganda-Veranstaltung

Nordkorea droht mit Raketenangriff auf Medien

 

Vor schwarz-gelbem Koalitionsgipfel in Berlin

Selbstbewusste FDP stichelt gegen CSU

 
 

Waffen-Deal mit Israel in der Kritik

Berlin verteidigt U-Boot-Lieferungen

 
 

Zentralrat der Juden

Bierhoff in der Kritik

Strom-Rechner

kWh
vergleichen