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Outsourcing: Bei Opel droht neuer Personalabbau

zuletzt aktualisiert: 16.12.2005 - 13:15

Rüsselsheim (rpo). Beim Autohersteller Opel droht im kommenden Jahr ein weiterer Personalabbau. Wie der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Klaus Franz, am Freitag in Rüsselsheim sagte, will das Management Arbeitsbereiche wie die Wagenverladung sowie die Bürokommunikation ausgliedern. Betroffen seien mehr als 250 Mitarbeiter.

"Wir haben das abgelehnt", sagte der Betriebsratschef. Management und Arbeitnehmervertretung steuerten an diesem Punkt auf einen Konflikt zu. Bei der Wagenverladung werde eine Ausgliederung nach den vom Unternehmen vorgelegten Zahlen erst nach acht Jahren rentabel. Zudem biete eine Abteilung wie die Bürokommunikation, zu der unter anderem Poststelle oder Druckerei gehörten, auch Mitarbeitern mit nur noch eingeschränkter Leistungsfähigkeit eine Chance auf Beschäftigung.

Nach den Worten von Franz wird zum 1. Februar 2006 auch das bereits seit längerem vereinbarte Joint Venture zwischen Opel und Caterpillar wirksam. Das neue Unternehmen werde die Lagerhaltung und Logistik für Opel übernehmen. Die Mehrzahl der 1.200 Opel-Mitarbeiter in den betroffenen Abteilungen habe sich freiwillig bereit erklärt, in die neue Gesellschaft zu wechseln.

Wie der Betriebsratsvorsitzende berichtete, gibt es in der Opel-Belegschaft große Sorgen wegen der Krise des Mutterkonzerns General Motors. GM-Vorstandschef Rick Wagoner wie auch der scheidende Präsident von GM Europa, Fritz Henderson, hätten allerdings mehrfach zugesichert, dass der im März 2005 ausgehandelte Opel-Zukunftsvertrag gültig bleibe. Dieser sieht unter anderem einen Verzicht auf Werksschließungen bis 2010 vor.

Franz sagte, im Rahmen des zum Jahreswechsel 2004/2005 begonnenen Sanierungsprogramms hätten rund 4.280 Beschäftigte Opel gegen eine Abfindung verlassen, davon 2.780 in Rüsselsheim, 1.200 in Bochum und 300 in Kaiserslautern. Am Standort Rüsselsheim seien 2.479 Beschäftigte in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft gewechselt.

Beschäftigungsgesellschaft endet zum 31. Dezember 2005

Von diesen 2.479 haben 261 nach den Worten von Franz eine neue unbefristete Arbeitsstelle gefunden. Weitere 246 ehemalige Opelaner hätten sich selbstständig gemacht. Mit dem Auslaufen der Beschäftigungsgesellschaft zum Jahresende 2005 drohen nicht vermittelte ehemalige Opel-Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit entlassen zu werden.

Für das freiwillige Ausscheiden waren erhebliche Abfindungen von Opel gezahlt worden. Wie der Betriebsratsvorsitzende berichtete, erhielten Angestellte durchschnittliche Abfindungen von rund 170.000 Euro und Arbeiter Abfindungen von durchschnittlich 140.000 Euro.

Mit der allmählichen Gesundung von Opel gehen auch wieder positive Nachrichten für die Beschäftigten einher. So wird nach den Worten des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden 2006 für alle Opel-Mitarbeiter die betriebliche Altersversorgung wieder eingeführt. Die Betriebsrente war 1997 für ab diesem Jahr neu eingestellte Mitarbeiter abgeschafft worden. Wie Franz erläuterte werden ab 2006 rund 5.000 Mitarbeiter zusätzlich in den Genuss einer betrieblichen Altersversorgung kommen.

Quelle: ap

 
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